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Orkan "Herwart" : Sylter Feuerwehr im Dauereinsatz

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Orkan „Herwart“ richtete auf der Insel zahlreiche Schäden an und sorgte vor allem bei den Westerländer Kameraden für eine kurze Nacht.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2017 | 18:19 Uhr

Auf „Xavier“ folgte „Herwart“: Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen fegte ein Herbststurm über die Insel. Mit erheblichen Folgen: Lose Dachpfannen und Schornstein-Verkleidungen, umgekippte Bäume, umgestürzte Gerüste und umherfliegende Blechteile – für viele Sylter Feuerwehrleute war daher die Nacht von Sonnabend auf Sonntag kurz. Die Spitzenwerte erreichte Orkan „Herwart“ am frühen Sonntagmorgen zwischen vier und sechs Uhr: In List wurden Windgeschwindigkeiten von 143 Stundenkilometern gemessen, in Hörnum waren es sogar 144. Der Zugverkehr nach Sylt musste wegen des heftigen Sturms von Sonntagmorgen bis zum späten Sonntag-Vormittag komplett eingestellt worden. Zudem gab es in den frühen Morgenstunden inselweit einen Stromausfall, der aber nach kurzer Zeit wieder behoben werden konnte.

Die Strandkörbe mussten mühsam aus dem Sand wieder ausgegraben werden.

Die Strandkörbe mussten mühsam aus dem Sand wieder ausgegraben werden.

Foto: Nieß
An der Autozug-Entladung waren zwei Bäume umgekippt.
An der Autozug-Entladung waren zwei Bäume umgekippt. Foto: FFW

Am meisten hatte die Feuerwehr in Westerland zu tun: „Wir hatten über 30 Einsätze“, sagt Wehrführer Jörg Elias sichtlich erschöpft. Zum ersten Mal wurden die Blauröcke um 00.15 Uhr zu einem ungesicherten Gerüst an den Bastianplatz gerufen. „Danach war erstmal wieder Ruhe, bis es um 4 Uhr weiterging.“ Von diesem Zeitpunkt an waren die Feuerwehrleute bis zum Nachmittag im Dauereinsatz. „Wir waren sicherlich mit 50 Kameraden unterwegs und sind von einem Einsatz zum nächsten, ohne Pause“, so Elias. Unter anderem mussten sie am frühen Morgen in der Käpt’n-Christiansen-Straße ein weiteres Gerüst sichern. „Da war es so windig, dass wir uns kaum auf den Beinen halten konnten“, sagt der Wehrführer. „Bei ‚Herwart‘ können wir daher wirklich sagen, dass die Schafe keine Locken mehr – und wir dementsprechend einen starken Sturm hatten, bei dem auch heftige Orkaböen dabei waren.“ Weitere Einsätze, zu denen die Kameraden gerufen wurden: An der Autozug-Entladung waren zwei Bäume umgekippt, die die Straße blockierten. „Das war zum Glück in der Zeit, in der keine Züge fuhren. Da wäre sonst keiner durchgekommen“, sagt Elias. Außerdem löste sich an der St.- Nicolai-Straße Ecke Trift eine Ampel und schräg gegenüber an der Shell-Tankstelle waren Dachpanelen locker, die wieder gesichert werden mussten. In der Stadumstraße war ein Baum auf ein Dach gefallen. „Aber das bekommen wir nicht hin“, sagt Elias. „Da müssen Spezialisten kommen, die den Baum vernünftig fällen.“

Das Bushäuschen am Strandübergang Sansibar wurde umgeweht.
Das Bushäuschen am Strandübergang Sansibar wurde umgeweht. Foto: Nieß

In den anderen Inselorten und Gemeinden blieben die Schäden eher gering. In Hörnum habe es sechs kleinere Einsätze gegeben, sagt Wehrführer Dieter Mordhorst. „Wir mussten ein Baugerüst sichern, Fahnenmäste waren umgekippt und ein Katamaran lag auf der Straße.“ In Wenningstedt, Kampen, Keitum und Tinnum mussten vor allem Bäume von Straßen und Wegen entsorgt werden.

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