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Gabriele Pauli als Bürgermeisterin : Sylter diskutieren über „rote Rebellin“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Eine Bayerin als Sylter Bürgermeisterin? Diese Idee sorgt auf der Insel für reichlich Gesprächsstoff. Mancher fragt sich, ob ausgerechnet Gabriele Pauli, die als „rote Rebellin“ deutschlandweit Schlagzeilen provoziert hat, der Insel gut tut.

Sylt | Die Reaktionen der Sylter Politiker auf eine mögliche Kandidatur von Gabriele Pauli fallen unterschiedlich aus. Von offener Ablehnung bis gesprächsbereit ist alles dabei.  Lars Schmidt von der Inselliste zukunft.sylt, der sich auch um den Posten des Bürgermeisters bewerben möchte, würde es begrüßen, wenn angeregt durch Gabriele Pauli sich noch mehr „interessante Kandidaten“ der Wahl stellen würden. „Die Bürgerinnen und Bürger werden so eine echte Auswahl haben: Einheimischer, Zugereiste und vielleicht auch noch rückkehrwillige Ex-Sylter“. Gerd Nielsen, SPD-Fraktionsvorsitzender, ist der Ansicht, die Gemeinde Sylt brauche eine Bürgermeisterin oder einen Bürgermeister, die oder der sich ganz der kommunalen Themen annimmt. Aus seiner Sicht eines Fraktionsvorsitzenden sei die Zusammenarbeit mit der Verwaltungsspitze die wesentliche Voraussetzung jeglicher erfolgreicher Kommunalpolitik. „Zu all diesen Herausforderungen würde mir so manche Frau oder mancher Mann einfallen“, sagt Gerd Nielsen, „allerdings nicht gerade Gabriele Pauli!“

Der Sylter CDU-Vorsitzende Oliver Ewald erklärt, für seine Partei sei eine mögliche Unterstützung von Gabriele Pauli kein Thema. „Sie entspricht überhaupt nicht unserem Anforderungsprofil“, sagt Ewald. „Wir haben bereits andere Kandidaten, die diesem Profil wesentlich näher kommen.“ Noch vor den Sommerferien, die in sechs Wochen am 16. Juli beginnen, soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung seiner Partei stattfinden, auf der diese Bewerber vorgestellt werden. „Ich hoffe, wir können dann auch schon bekannt geben, welchen Bürgermeister-Kandidaten wir ins Rennen schicken. Aber an erster Stelle steht selbstverständlich die Entscheidung unserer Mitglieder“, so Oliver Ewald, „da kann ich natürlich nichts vorweg nehmen!“

Christian Thiessen von der Piratenpartei sagt, er habe zunächst geschmunzelt über die Meldung zu Gabriele Paulis möglicher Kandidatur. „Sie hat durchaus fachliche Kompetenzen aus ihrer Zeit als Landrätin, auch Übung im richtigen Umgang mit der Presse“, findet Thiessen. Außerdem könne die bayrische Politikerin eine Gemeinde gut nach außen vertreten und habe Erfahrung in Verhandlungen auf Landes- und Bundesebene, dies sei für Sylt besonders wichtig. „Also alles Voraussetzungen, die zumindest eine Grundlage für Gespräche mit Frau Pauli bilden“, so Christian Thiessen.

Erik Kennel (SWG) würde sich eine Bewerbung von Gabriele Pauli mit seiner Wählergemeinschaft genauso angucken wie jede andere: „Aber aktuell liegt da ja noch nichts vor!“ Konkrete Gespräche habe die SWG bisher mit zwei Bewerbern geführt – einer davon sei der Sylter Nikolas Häckel, derzeit Bauamtsleiter in Kronshagen. „Aber wir hoffen immer noch auf Termine mit anderen Parteien“, sagt Kennel. „Denn wir erachten es nach wie vor als sinnvoll, einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen, der dann breitere Unterstützung erfährt.“ Die Frist Ende Oktober für die Einreichung von Wahlvorschlägen hält Erik Kennel allerdings für zu spät: „Die SWG wird ihre Entscheidung bis zum 1. August treffen, ob nur für uns oder zusammen mit anderen.“

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erstellt am 30.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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