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Herbststürme : Sylter Deiche sind sicher, aber nicht perfekt

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylt prüft die Deiche der Insel. Für den Küstenschutz und die Gemeinde ist das ein Balanceakt zwischen Sicherheit und Naturschutz. Eine marode Brücke zum Deich macht ihnen Sorgen.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 00:32 Uhr

Rechtzeitig vor den Herbststürmen wurde der Zustand der Deiche unter die Lupe genommen. Das Resultat der Deichschau mit Vertretern des Landesamtes für Küstenschutz (LKN), der Gemeinde, des Landschaftszweckverbands sowie des Deich- und Sielverbands: Es gibt keine schwerwiegenden Schäden. Trotzdem gab es Verbesserungsvorschläge – sowohl von Seiten des LKN als auch von Seiten der Sylter.

Das am meisten diskutierte Thema war die Entwässerung des Nössedeiches auf Höhe von Morsum. Hier hat das LKN Rinnen in die Oberfläche des Vorlandes gefräst, damit das Wasser in die See abfließen kann und sich nicht am Deichfuß sammelt. Manfred Ueckermann vom Landschaftszweckverband und seine Sylter Mitstreiter wünschen sich einen breiteren Graben, durch den das Wasser besser ablaufen kann und so verhindert wird, dass der Deichfuß erodiert und weggespült wird. Nach Ansicht des LKN reichen aber die bisherigen Rinnen aus. „Unsere Lösung ist ein guter Kompromiss mit dem Naturschutz“, erklärt Baubetriebsleiter Alfred Mordhorst. „Jeder größere Graben würde eine Störung von Flora und Fauna bedeuten.“ Ueckermann hingegen ist der Überzeugung, dass der Küstenschutz vor dem Naturschutz kommen sollte. „Schließlich gibt es das Vorland erst durch den Küstenschutz.“

Bei einem anderen Thema waren sich alle Teilnehmer einig: Auf Höhe von Archsum bildet eine Brücke über den Hauptsielzug den einzigen Zugang zum Deich. Mittlerweile ist diese Brücke aber so marode, dass sie für Lkw nicht mehr befahrbar ist. „Hier ist dringender Handlungsbedarf“, sagte Michael Heinrichs, Bereichsleiter beim LKN.

Am Rantum-Becken war der Deichkronenweg im Mittelpunkt. Am äußeren Deich wurde er in den vergangenen Jahren befestigt, um den Deich belastbarer zu machen. Die Gemeinde wünscht sich nun eine Asphaltierung des Weges, damit dieser von Radfahrern besser befahren werden kann. „Das müsste die Gemeinde finanzieren. Schließlich ist es nicht unsere Aufgabe, eine touristische Infrastruktur bereit zu stellen“, so Heinrichs. Am Rantumer Binnendeich will das LKN das letzte unbefestigte Stück zwischen Kläranlage und Haus Hanna in den nächsten Jahren mit einem Kiesbelag herrichten.

„Büsche, die dort nicht hingehörten“ entdeckten die Teilnehmer der Deichschau an der Binnenseite des Rantum-Inge-Deiches. Die Büsche machen den Deich durch ihre Wurzeln instabil. Allerdings ist das Land privat und das LKN stößt bei den Anliegern oft auf Unverständnis. „Es ist klar, dass die Leute nicht wollen, dass wir ihr Grundstück verändern. Aber sie wollen auch nicht demnächst die Nordsee aus ihren Wohnzimmern fegen“, erklärt Mordhorst.

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