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Katerstimmung in Kampener Sturmhaube : Sylter Chaos-Party: Wer zahlt für die Folgen?

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Am Morgen danach sah es aus "wie ein Kriegsgebiet" - und auch drei Tage später herrscht in Kampen Katerstimmung nach der Party in der Sturmhaube.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 08:47 Uhr

Kampen | Der Massenansturm auf die "Ich kenn Peter"-Party an der Sturmhaube schlägt auch drei Tage später noch Wellen. Während am Dienstag vor dem Restaurant auf dem Roten Kliff weiter Weingläser und Bierflaschen aufgelesen wurden, gaben sich die Verantwortlichen in der Gemeinde Kampen wortkarg: "Es werden jetzt Gespräche geführt", sagte Bürgermeisterin Stefanie Böhm als Reaktion auf die entgleiste Feier vom Pfingstsonntag, zu der Clubbesitzer Peter Kliem und die Sturmhaube geladen hatten und zu der rund 4000 Gäste anrückten. Die nicht angemeldete Veranstaltung war gegen 23 Uhr von Ordnungsamt und Polizei abgebrochen worden.

Nun melden sich auch Anwohner wie Corinna Rechel zu Wort, die die Auswirkungen der Großveranstaltung hautnah miterlebt haben: "Es war ein Albtraum. Am Morgen nach der Party sah die Kurhausstraße aus wie ein Kriegsgebiet." Rechels Familie führt seit 1956 eine Pension am Kroghoogerwai und lebt damit in direkter Nähe zur Sturmhaube. "Unsere Gäste waren entsetzt."

Dünen bleiben offenbar verschont


Auch im Internet fallen viele Reaktionen auf die Party eindeutig aus: So kommentierte etwa eine Nutzerin auf der Facebook-Seite der Sylter Rundschau: "Das hätte richtig organisiert werden müssen ... schwach!" Aber es gibt auch Stimmen, die die Aufregung um die Feier für übertrieben halten: "Ich war die letzte Stunde selber dort. Es war nicht unbedingt schön aber auch noch lange nicht so schlimm wie im Artikel der Sylter Rundschau beschrieben. Betrunken waren viele aber dennoch waren alle gut drauf." Auch wird im Netz die Frage aufgeworfen, wer für Polizeieinsatz und Müllentsorgung aufkommen muss. Mit der Übernahme der Kosten für den Polizeieinsatz brauchen die Laggner-Gruppe, die erst seit Kurzem die Sturmhaube betreibt, und Veranstalter Peter Kliem vorerst wohl nicht rechnen. "Solche Polizeieinsätze sind nicht kostenpflichtig", erklärte der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizei Westerland, Torsten Biß. Da es keinen Fehlalarm gegeben hätte, habe der Einsatz der öffentlichen Sicherheit gedient.
Bereits in der Vergangenheit hat Kampen Partys in der Größenordnung der Feier vom Pfingstsonntag gesehen. Bis 2008 organisierte der Betreiber des beliebten Strandlokals La Grand Plage, Manfred Hermann, Beach-Partys vor seinem Restaurant. Allerdings zog er schließlich die Reißleine - "wegen zu großen Erfolgs" - die Feiern drohten damals zu unkontrollierbaren Massenveranstaltungen zu werden. Die zu erwartende Besucherzahl von über 3000 Partygängern sei nur noch schwer mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen sowie dem Naturschutz in Einklang zu bringen gewesen, so Hermann. Zu der "Ich kenn Peter"- Party an der Sturmhaube gab es vom Grand-Plage-Chef daher demonstrativ "keinen Kommentar".
Nach Einschätzung von Kampens Strandchef Greg Baber wurden am Pfingstsonntag zumindest die Dünen verschont: "Es gab einige Leute, die da waren, wo sie nicht sein sollten, aber die Security hat aufgepasst." Nach Informationen des sh:z hat sich auch die Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet und prüft, ob es Verstöße gegen die Schutzverordnungen gab oder Schäden am umliegenden Naturschutzgebiet verursacht wurden.
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