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Sylter Rundschau

21. Oktober 2017 | 12:46 Uhr

Kunstprojekt : Sylter Blickfänge

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Künstlerin Chili Seitz wird im Sommer eine ganz besondere Ausstellung auf Sylt realisieren / Land fördert Projekt mit 7 500 Euro

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 04:55 Uhr

„Sjüün“ ist Sölring und bedeutet Blickfang. Und deshalb ist „Sjüün“ der perfekte Titel für ein ganz besonderes Kunstprojekt, das ab Sommer 2017 von der Kieler Künstlerin Chili Seitz auf der Insel realisiert werden soll und eine Laufzeit von drei Jahren hat.

„Ziel bei dem Projekt ist es, die Sammlung des Sylter Heimatmuseums in die Öffentlichkeit zu bringen und mit der Gegenwartskunst von Chili Seitz in einen Dialog zu setzen“, erklärt Alexander Römer, Leiter der Sölring Museen auf Sylt. Er war es auch, der den Kontakt zu Seitz herstellte, denn „das Projekt ist für Sylt sehr interessant. Ich kann mir gut vorstellen, dass es bei den Menschen hier gut ankommt und Impulse setzen wird.“

Für die geplante Ausstellung werden elf ausgewählte öffentliche Orte mit einem Schild gekennzeichnet. Auf diesem findet der Besucher einen QR-Code. Scannt er diesen Code mit seinem Smartphone, kann er einen beschreibenden Text hören, welcher in Verbindung mit einem entsprechenden Kunstwerk aus der Sammlung des Sylter Heimatmuseums steht. „In diesem Moment lässt er seinen Blick schweifen und hört die Beschreibung eines Gemäldes,
das einen Bezug zu dem gegenwärtigen Blick/Raum des Besuchers bietet“, sagt die Künstlerin selbst über das Projekt. Als Pendant soll der Besucher das sich im Museum befindliche Gemälde aufsuchen. „Archivierte Blicke unterschiedlicher Maler, welche Sylt in seinen Facetten auf der Leinwand festgehalten haben, werden meinem zeitgenössischen künstlerischen Blick, auditiv beschreibend, gegenübergestellt“, so Seitz. Die Bildbeschreibungen der Malereien und Beschreibungen der Objekte würden idealerweise aus den Archivkarteikarten des Museums entnommen. Durch die Arbeit entstehe schließlich eine Art Abgleich zwischen der Gegenwart und vergangenem Leben und dessen Abbild. Und in der Imagination des Betrachters entsteht ein neues, das dritte Bild.

Seitz freue sich auf die Arbeit auf der Insel: „Sylt bietet spannende Geschichten, wie zum Beispiel die berühmte, jedoch bereits abgerissene Kneipe ‚Ziegenstall‘ der expressionistischen Tänzerin Valeska Gert und die sich darum rankenden Tatsachen und Mythen. Außerdem die Tatsache, dass die Insel zu über 70 Prozent mit Ferienhäusern besiedelt ist und sich das Personal eines Hotels beispielsweise keine Wohnung auf der Insel leisten kann, all das sind Themen, die dazu einladen, sich durchaus auch künstlerisch gesellschaftskritisch mit den Gegenüberstellungen einzumischen“, sagt Seitz.

In den Sprachen Deutsch, Sölring und Englisch werden die Bildbeschreibungen der Malereien und der aktuellen Blicke wiedergegeben. Auf der Insel verteilt werden vor Ort Stehlen mit den QR-Codes und einer Handlungsanweisung aufgestellt. Des Weiteren wird es eine künstlerisch gestaltete Karte mit den darin verzeichneten Standorten zur Orientierung und Zuordnung der einzelnen Blickbetrachtungen geben. Als weiteres Informations- und Werbematerial sollen insgesamt drei unterschiedliche Postkarten und ein Katalog eingesetzt werden.

Die Sölring Museen verbinden neben den künstlerischen Aspekten mit dieser
Aktion das Ziel, Kunst im öffentlichen Raum zu stärken, auf das kulturelle Vermächtnis Sylts aufmerksam zu machen und gleichzeitig neue Zielgruppen für die Sylter Museen zu gewinnen.

Für das Projekt bekam Museumsleiter Römer bereits dringend erforderliche Gelder zugesprochen: Wie das Kulturministerium bekannt gab, wird „Sjüün“ durch das Land Schleswig-Holstein mit 7  500 Euro unterstützt. „Das ist großartig, denn das ganze Projekt ist natürlich ein großer Kostenfaktor für die Museen“, sagt Römer, „außerdem wurde es sehr kurzfristig auf die Beine gestellt. Wir sind das einzige Museum an der Westküste, das eine Förderung erhalten hat und können darauf sehr stolz sein.“




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