zur Navigation springen

Sammler-Serie : Sylter Bernsteinsammlerin: „Die Suche ist wie ein Rausch“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bernstein-Fan Heike Gottberg erklärt, warum sie die Steine, die keine sind, so sehr liebt.

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 06:08 Uhr

Nagellack-Fläschchen, Knöpfe, Fingerhüte: Sammeln kann man so ziemlich alles. Neben den klassisch bekannten Leidenschaften für Briefmarken, Münzen und Modellautos gibt es Sammler, die ihr Herz an Plastiktüten, Mickey-Mouse-Figuren, Kronkorken oder antike Schnupftabakdosen verloren haben. Der Wert einer Sammlung ist dabei oft ideell, in anderen Fällen muss für ein Objekt der Begierde aber auch mal tief in die Tasche gegriffen werden. Die Sylter Rundschau möchte sich ab sofort in einer Serie den Sammelleidenschaften der Insulaner widmen und ruft alle Sammelwütigen auf, sich zu melden und ans Licht zu holen, was sich in den Kisten, in den Kellern oder in den Vitrinen befindet.

 

Sie schimmern milchig wie Karamell-Bonbons, glitzern geschliffen wie Edelsteine oder wirken stumpf und dunkel wie ganz normale Steine: Wer bei Bernsteinen nur an Omas muffeliges Schmuckkästchen denkt, der wird bei Heike Gottberg eines besseren belehrt: Die Leiterin des Sylter Jugendzentrums sammelt seit vielen Jahren Bernsteine. Die, die sie und ihr Mann selbst am Meer finden und mit denen sie Gläser, Vasen, Vitrinen in ihrer Wohnung füllen, exotische Sammlerstücke von Messen oder wunderschön geschliffenen Bernsteinschmuck machen nur einen Teil der umfangreichen Sammlung aus.

Besonders der Schmuck hat es der 50-Jährigen angetan: Im Bad, im Schlafzimmer, an Haken im Wohnzimmer hängen ganz unterschiedliche Stücke – von der Bernsteinschnecke für die Hand bis hin zum edlen Halscollier. Eines oder mehrere der Stücke kann man auch immer an Gottberg selbst bewundern.

Neben den eigenen Funden suchen sie und ihr Mann auf Messen und im Netz nach spannenden Exemplaren oder interessanten Bernstein-Objekten. Manchmal träumt Heike Gottberg davon, all ihre Schätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und auf Sylt ein kleines Bernsteinmuseum zu eröffnen. Bisher allerdings hat diese Idee noch keine konkreten Formen angenommen.

Der Sammlertrieb erwachte bei der gebürtigen Berlinerin schon als Kind bei einem Ostseeurlaub, als sie ihren ersten Bernstein entdeckte. „Es ist wie ein Rausch“, beschreibt die quirlige Frau, „stundenlang am Strand entlang zu laufen – und dann glitzert da auf einmal ein Stein. Das ist für mich Abendteuer pur.“ Oder es glitzert halt auch keiner – auch das mache den Reiz solcher Sammlertage aus. Zu denen bricht sie seit einigen Jahren auch gemeinsam mit ihrem Mann auf – der hatte sich ihre Bernstein-Begeisterung erst eher höflich angehört, heute teilt er sie.Auf Sylt selbst hat Gottberg in den ersten Jahren, nachdem sie auf die Insel gezogen ist, auch nach Bernsteinen Ausschau gehalten: „Aber hier gibt es ja nicht so viele.“

Immer, wenn der Wind passend ist und die beiden Zeit haben, mindestens zehn Mal im Jahr, fahren sie also zu ihrem liebsten Bernstein-Ort in Dänemark. Wo der genau liegt, soll nicht verraten werden – Bernsteinsammler können auch geheimniskrämerisch sein. Das Ziel der Expeditionen? „Na ja, natürlich versucht jeder Sammler, den größten Bernstein seines Lebens zu finden.“ Der Höchstwert des Ehepaars liegt momentan bei 70 Gramm. Aber es gehe bei ihrer Leidenschaft nicht nur um schnöde Gewichtszahlen, stellt Heike Gottberg klar: „Das hat auch viel mit Dankbarkeit zu tun. Dafür, dass die Natur so etwas wunderbares geschaffen hat. Und mit diesem unbeschreiblichen Gefühl, immer wieder so lange allein in der Natur, am Meer zu sein.“

 

 

Sammeln Sie auch etwas, oder kennen Sie jemanden, dessen Herz für eine besondere Sammelleidenschaft schlägt? Melden Sie sich bei uns unter redaktion.sylt@shz.de oder der Telefonnummer 04651/98141384.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen