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Störungen bei der NOB : Sylter Bahnchaos: Pendler erhalten Entschädigung für Zugausfälle

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Ausnahmesituation auf der Strecke Hamburg-Westerland: Besitzer von Monats- und Wochenkarten bekommen Geld.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2016 | 17:03 Uhr

Kiel | Pendler, die vom Bahn-Chaos auf der Marschbahn-Strecke betroffen sind, sollen entschädigt werden. Das teilten das Land Schleswig-Holstein und der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH) am Freitag mit. Die Nord-Ostsee-Bahn hatte Mitte November 90 ihrer Züge aus dem Verkehr ziehen müssen, weil deren Kupplungen kaputt sind. Seitdem leiden vor allem Pendler unter Ausfällen und völlig überfüllten Zügen.

Wem die Entschädigung allerdings zugute kommen soll – darüber herrschte am Freitag Unklarheit. In einer Pressemitteilung kündigte die Nah.SH zunächst an, dass nur diejenigen Nutznießer seien, die zwischen Niebüll und Westerland oder zwischen Heide und Itzehoe unterwegs sind. Das sorgte auf der Facebook-Seite des Unternehmens für Empörung: „Wieso bekommen Pendler von Husum, Bredstedt, Langenhorn keine Entschädigung? Das ist ungerecht, die sind genau so betroffen auf der Fahrt nach Sylt. Eigentlich müssten alle Pendler auf der Marschbahnstrecke die Entschädigung erhalten“, schrieb ein Nutzer. Daraufhin ruderte man bei Nah.SH wohl zurück und antwortete: „Die Entschädigung gilt für Pendler nach Sylt. Unabhängig vom Startort. Das war vielleicht etwas knapp formuliert... Entschuldigung!“

Auf Nachfrage unserer Zeitung präzisierte die Sprecherin die Entschädigungsregelung: „Es geht um den Zielort: Alle Pendler nach Sylt erhalten die Entschädigung. Heißt: Wenn ich beispielsweise zwischen Bredstedt und Westerland fahre, bekomme ich sie. Menschen, die zwischen Friedrichstadt und Lunden pendeln, erhalten sie nicht.“

Diese Rechnung geht für Achim Bonnichsen nicht auf: „Die Pendler auf dem Festland sitzen doch in den gleichen Zügen, in denen die Sylt-Pendler sitzen.“ Pendler Bonnichsen ist Mitbegründer einer Facebook-Gruppe, in der sich mittlerweile über 3200 Mitglieder über die immer wieder schwierige Situation auf der Strecke austauschen. „Die Entschädigungs-Regelung müsste für die gesamte Marschbahn-Strecke gelten“, findet er.

Klar ist: Die Entschädigung sollen Zeitkartenkunden erhalten – also Abonnenten, Monatskartenbesitzer und Wochenkartenbesitzer, die eine gültige Fahrkarte für den Zeitraum zwischen dem 11. November und dem 11. Dezember dieses Jahres haben – unabhängig vom Fahrkartenwert. Abonnenten und Monatskartenbesitzer werden demnach 80 Euro, Wochenkartenbesitzer 20 Euro bekommen.

Verkehrsminister Reinhard Meyer sagte zur Lage auf der Marschbahn: „Uns ist es wichtig, mit der Entschädigung ein Signal an die Pendler zu senden und zu zeigen, dass wir ihre Sorgen im Blick haben.“ Details zum Erstattungs-Verfahren sollen in der kommenden Woche bekannt gegeben werden.

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