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Tag der Pflege : Sylter Altenpflege auf zwei Standbeinen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am „Tag der Pflege“ besuchten Vertreter der Gemeinde Sylt das Pflegeheim im Wenningstedter Weg und bedankten sich bei den Mitarbeitern,

Unter den Jobs, die krank machen, liegt die Altenpflege auf einem vorderen Platz. Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen stehen unter hoher körperlicher und seelischer Belastung. Am „Tag der Pflege“ lud Johanniter-Heimleiter Ortwin Merckens Vertreter der Gemeinde ein, gemeinsam einen Dank an die Frauen und Männer zu richten, die im Pfegeheim im Wenningstedter Weg in Westerland Dienst tun. Bürgervorsteher Peter Schnittgard lobte die Arbeit der Johanniter, die vor einem Jahr noch heftig in der Kritik stand.

Auslöser waren damals die Schließung des Seniorenzentrums in der Steinmannstraße, zu wenig Personal und gestiegene Pflegesätze im Pflegeheim im Wenningstedter Weg. „Wir mussten Geduld haben, um eine qualitativ hochwertige Pflege zu bekommen“, erklärte Bürgervorsteher Peter Schnittgard. Die Johanniter hätten die Personalsituation mittlerweile in den Griff bekommen, die Mitarbeiter würden auch „vernünftig bezahlt“. Mit Blick auf die beiden Westerländer Johanniter-Einrichtungen meinte Schnittgard: „Jetzt sind wir an einem Punkt, wo beides läuft.“

Schnittgard erinnerte daran, dass die Gemeinde Sylt die beiden Gebäude vor zweieinhalb Jahren gekauft habe – zur Daseinsvorsorge und Daseinsfürsorge ihrer Bürger. Es sei der Wille der Gemeinde gewesen, dafür zu sorgen, dass alte und kranke Sylter Bürger nicht aufs Festland müssen und auf der Insel bleiben können – dort, wo ihre Wurzeln sind, erklärte Bürgervorsteher Schnittgard. „Als nach vielem Hin und Her die Johanniter als Betreiber bereitstanden, hat es Diskussionen und Proteste und Diskussionen gegeben.“ Die Kommunalpolitiker hätten lernen müssen, Geduld zu haben, um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu garantieren.“ Dabei hätten die Johanniter stets gesagt, „wir packen das – und das ist sukzessive geschehen. Wir haben mit den Johannitern eine gute Wahl getroffen und einen Betreiber gefunden, mit dem man reden kann.“

Die Gemeinde habe über elf Millionen Euro in den Kauf und die Renovierung der beiden Häuser investiert. „Eine gute Kapitalanlage“ – darin seien sich alle Fraktionen im Gemeinderat einigen, sagte Schnittgard. „Beide Standbeine sind inzwischen voll intakt.“ Ein Erfolg, für den sich KLM-Chef Marcus Kopplin „maßgeblich und mit Herzblut“ eingesetzt habe, lobten unisono Schnittgard und der Sozialausschuss-Vorsitzende Eberhard Eberle. Die beiden Altenpflegeeinrichtungen stünden allen Insulanern offen, nicht nur den Bürgern der Gemeinde Sylt.

Eberhard Eberle lobte ebenfalls die Mitarbeiter des Pflegeheims: „Vor ihrer Arbeit kann man nur den Hut ziehen.“ Die Gesellschaft müsse dankbar sein, dass sich Menschen bereiterklären, diese Tätigkeit auszuüben.“ Stattdessen fehle die öffentliche Anerkennung des Pflegeberufes, der Lohn könnte auch höher sein. Dabei komme „auf unsere Gemeinschaft noch allerhand zu“ – immer mehr Menschen litten unter Demenz, aber in den Pflegeberufen fehlten Mitarbeiter.

Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete Johanniter-Einrichtungsleiter Ortwin Merckens, dass von 54 stationären Pflegeplätzen und einem ambulanten Platz für die Kurzzeitpflege im Wenningstedter Weg nur 52 Plätze dauerhaft belegt seien – zwei Plätze sind frei für stationäre Pflegefälle. Für die beiden Wohngruppen für Senioren im renovierten Seniorenzentrum in der Steinmannstraße gäbe es bisher nur eine geringe Nachfrage. Im Juni/Juli sollte die erste Gruppe ihren Betrieb aufnehmen, doch bis dahin könnte es noch länger dauern. Vermutlich habe sich das Konzept der Wohngruppen noch nicht genügend herumgesprochen. Die Gruppenmitglieder würden ihren Alltag mit Unterstützung des Pflegepersonals meistern. Durch die Kontakte in der Wohngruppe würden viele Ältere wieder mehr Freude am Leben gewinnen.

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