zur Navigation springen
Sylter Rundschau

18. Dezember 2017 | 00:49 Uhr

Sylt wrackt ab: Verkäufe schnellen hoch

vom

Die Abwrackprämie: Eine Erfolgsgeschichte, die sich mittlerweile auch auf der Insel spürbar in erhöhten Verkaufszahlen niederschlägt. Bis zu einem Drittel mehr Neu- und Jahreswagen verkauften die Sylter Autohändler in den ersten Wochen 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Doch es geht auch ohne die Prämie.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2009 | 12:00 Uhr

Sylt | Eigentlich wollten Holger (65) und Frauke Verbarg (69) aus Wenningstedt ihren 3er Golf fahren, "bis er auseinander fällt". Doch dann kam Anfang Januar die Abwrackprämie und mit ihr die Chance, das dreizehneinhalb Jahre alte Auto durch einen neuen Golf VI zu ersetzen. "Lange überlegt haben wir nicht", erzählt Holger Verbarg "auch, dass es wieder ein Golf sein sollte, stand beizeiten fest."

Über eine Freundin hatte seine Frau von der Prämie erfahren, er selbst machte sich im Internet schlau. Nach etwa acht Wochen Lieferzeit können sie ihr neues Gefährt Anfang April beim Autohaus Rosier abholen. Der Händler kümmert sich um die Verschrottung des Autos - der Staat zahlt die Prämie (2 500 Euro). Hinzu kommen bei diesem Modell noch einmal 2 500 Euro Umweltprämie vom Werk und knapp 1500 Euro Rabatt vom Autohaus. 6 500 Euro können die Verbargs so vom Neupreis abziehen. "Eine Rechnung, die sich lohnt", wie der Wenningstedter findet.

Mit dieser Ansicht steht er nicht alleine da. "Die Abwrackprämie ist mit einer kleinen Verzögerung auch auf Sylt angekommen", sagt Jens Spintig vom Autohaus Rosier. "Wir sind sehr zufrieden damit. Ein Ende des Booms ist derzeit nicht absehbar." So sei der Polo bereits ausverkauft, Fox und Golf VI stark nachgefragt.

Die formelle Beantragung der Abwrackprämie übernehmen die Autohändler der Insel für die Kunden mit. Die müssen bei Rosier derzeit je nach Modell zwischen sechs und acht Wochen auf ihr neues Auto warten.

Ähnlich sieht es bei Paulis Autohaus (Nissan) und beim Schwesterunternehmen Renault Nielsen aus. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere Hersteller Zusatzkontingente für Deutschland zur Verfügung gestellt haben", sagt deren Geschäftsführer Christian Nielsen. Er spricht von einem kräftigen Nachfrageschub, einer Steigerung bei Neuzulassungen und denen von Jahreswagen um ein Drittel im Vergleich zu den ersten Verkaufswochen vor einem Jahr. "Besonders der Dacia verkauft sich gut."

Von Panikmache hält Nielsen nichts: "Die 1,5 Milliarden Euro, die die Bundesregierung als Abwrackprämie zur Verfügung stellt, reicht für 600 000 Autos. Vor September rechne ich nicht mit einer Ausschöpfung des Pools."

Doch Abwrackprämie hin oder her. Das Volvo-Center Sylt beispielsweise hatte bis gestern kein einziges Auto über diese Prämie abgesetzt. Der Laden läuft trotzdem. "Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2008 haben wir in den ersten Wochen dieses Jahres eine Steigerung von 50 Prozent bei den Zulassungen verzeichnen können", sagt Geschäftsführer Manfred Jürgensen. Dass die Abwrackprämie bei ihm bisher nicht genutzt wird, erklärt er mit den höherpreisigen Autos der Marke Volvo.

Die Verbargs sind in jedem Fall überzeugt von ihrem Kauf. "Es war einfach ein idealer Zeitpunkt."


Abwrackprämie
Die 2500 Euro vom Staat gibt es: bei Verschrottung eines neun Jahre alten Autos (man muss mind. 1 Jahr Halter gewesen sein); zusätzlich sind je nach Modell und Autohaus weitere Prämien drin

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen