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Ehemaliges Bundeswehr-Areal : Sylt will 250 neue Wohnungen bauen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Es ist ein Schritt hin zu mehr bezahlbarem Wohnraum auf der Insel. Bürger sollen in das Projekt mit eingebunden werden.

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erstellt am 24.Mai.2017 | 05:57 Uhr

Westerland | Sylt steht vor einem neuen großen kommunalen Bauprojekt. Auf dem Gelände der ehemaligen Standortverwaltung (StoV) der Bundeswehr in Westerland sollen 250 Dauerwohnungen entstehen.

Es ist das größte Wohnungsbauprojekt, an das sich die Gemeinde Sylt bisher herangewagt hat – und deshalb will die Gemeinde möglichst viele Bürger in die Planung einbeziehen.

Alle fünf Sylter Gemeinden haben sich die Schaffung bezahlbaren Dauerwohnraums auf die Fahnen geschrieben. Für die Gemeinde Sylt wurde ein Programm 500+ aufgelegt, das mehr als 500 neue Dauerwohnungen vorsieht. Mehrere Projekte wurden durch das kommunale Liegenschafts-Management (KLM) der Gemeinde Sylt bereits umgesetzt – etwa am Bahnweg, am Hoyerweg, in der Apenrader Straße, in der Wohnsiedlung Süd und auf dem Bastianplatz. Nun ist die Wohnsiedlung Nord an der Reihe, auf dem ehemaligen StoV-Areal am Bahnweg und dem angrenzenden Hugo-Köcke-Weg. Von der Standortverwaltung ist dort noch ein Bürogebäude übriggeblieben, dass derzeit die Inselverwaltung nutzt. Am Hugo-Köcke-Weg stehen noch 130 Wohnungen, die Anfang der 60er Jahre von der „Neuen Heimat“ errichtet wurden. Sie gelten als marode und sollen durch Neubauten ersetzt werden.

Im Luftbild: Das StoV-Areal und die Wohnsiedlung Nord zwischen dem Bahnweg (links) und der Friesischen Straße (rechts). Die 130 baufälligen Wohnungen in zehn Blöcken sollen abgerissen werden.
Im Luftbild: Das StoV-Areal und die Wohnsiedlung Nord zwischen dem Bahnweg (links) und der Friesischen Straße (rechts). Die 130 baufälligen Wohnungen in zehn Blöcken sollen abgerissen werden. Foto: Sylter Rundschau

Wie das Projekt gestemmt werden soll, hat die Gemeindevertretung schon vor über einem Jahr beschlossen. Die Ortsentwickler im Rathaus sollen dabei mit dem KLM zusammenarbeiten, begleitet durch ein externes Stadtplanungsbüro. Nach einer Ausschreibung wurde dafür das „Institut für Partizipatives Gestalten“ (IPG) aus Oldenburg ausgewählt.

Das erklärte Ziel: „Günstigen und qualitätsvollen Wohnraum schaffen und zugleich in einer dem Ort angemessenen Weise zu bauen“, verbunden mit dem „Anspruch, die Fach- sowie die Selbstverwaltung, alle Bürger*innen und weitere Akteure von Anfang an am Prozess zu beteiligen, um gemeinsam ein schlüssiges und akzeptiertes Gesamtkonzept zu erarbeiten.“

Langer Rede kurzer Sinn: „Wir wollen die Bürger wirklich beteiligen“, erklärte der Wohnungsbauausschuss-Vorsitzende Mario Pennino (SWG) am Montagabend in der Sitzung. Eine Bürgerbeteiligung, die in den Augen einiger Kritiker beim Bastianplatz vernachlässigt worden sei. Nächster Schritt ist ein „Partizipativer Rahmenplan“ (lt. Duden: partizipativ = unter Beteiligung der Betroffenen). Bei mehreren Workshops sollen bis zum Jahresende Entwürfe für das Gebiet erarbeitet werden, am Ende steht ein städtebauliches Gesamtkonzept für das Gebiet. Für den „Partizipativen Rahmenplan“ wurden im Nachtragshaushalt der Gemeinde 40.000 Euro eingeplant.

„Auf der Grundlage des Rahmenplans sollen die künftigen Häuser im Detail geplant und gebaut werden und so nach und nach ein neues Wohnquartier entstehen“, erläuterte Sabine Hörster, IPG-Geschäftsführerin. Damit alle Interessenten immer auf dem neuesten Stand sind, wurde eigens eine Internetseite eingerichtet: www.auf-sylt-gut-zuhause.de

In den nächsten Tagen werden in Westerland grün-orange-farbene „Ideenkarten“ verteilt, auffällig markiert mit dem Logo „Auf Sylt gut zuhause“. Bürger können darauf ihre Ideen notieren oder aufmalen und an das Rathaus zurückschicken. Am 7. und 8. Juli findet im Forum des Schulzentrums eine „Werkstatt“ statt. Vom 29. August bis zum 2. September wird vier Tage lang ein „gläsernes Planungsbüro“ in Westerland an einem Modell für das StoV-Areal arbeiten, die Ergebnisse werden am Sonnabend, 2. September, von 10 bis 12 Uhr der Öffentlichkeit präsentiert. Das Finale ist für den 9. November von 18.30 bis 20 Uhr im Schulzentrum geplant.

„Wir übernehmen dann den Rahmenplan und kümmern uns um die Projektsteuerung“, erläuterte KLM-Chef Marcus Kopplin. SPD-Fraktionschef Gerd Nielsen wies daraufhin, dass die Anwohner des Hugo-Köcke-Weges in die Planung einbezogen werden sollten – für ihre Wohnungen gibt es genauso wie für die Filiale der Inselverwaltung am Bahnweg Abrisspläne. „Es ist nur schwierig, Menschen mitzunehmen, wenn man nicht sagen kann, wo es hingeht“, gab der KLM-Chef zu bedenken. „Die drängendsten Fragen sind doch: Wann geht es los? Wie schnell muss ich umziehen? Lohnt es sich noch, meine Wohnung zu renovieren?“ Kopplins persönliche Einschätzung: „Vor 2020 wird kein Mieter in eine neue Wohnung einziehen können.“

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