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Suche nach dem Paraffin-Einleiter : Sylt: Wasserschutzpolizei überprüft 66 Schiffe

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

20.000 Euro hat es gekostet, die Sylter Strände von Paraffin zu befreien. Die Suche nach dem Verursacher dauert an.

Sylt | Nach den Paraffin-Anlandungen an der Sylter Westküste im März (wir berichteten) bezifferte der Umweltbeauftragte der Gemeinde Sylt, Norbert Grimm, die Kosten, die der Insel entstanden sind, mit 20.000 Euro. Allein für die Gemeinde Sylt schlagen 9 000 Euro zu Buche. In der Summe enthalten sind sowohl die Kosten für die Entsorgung als auch für den Mitarbeiter- und Maschineneinsatz.

73 Kubikmeter wurden eingesammelt, so Norbert Grimm. Er gehe davon aus, dass die Kosten erstattet werden, da es sich um einen so genannten komplexen Schadensfall handele. Wenn weniger Paraffin angeschwemmt worden wäre, würden die Gemeinden auf den Kosten sitzen bleiben.

Zwischen dem 19. und dem 24. März war kubikmeterweise Paraffin an Sylts Westküste angeschwemmt worden und hatte 30 Kilometer Sandstrand verschmutzt.

Paraffin ist ein Nebenprodukt der Erdölverarbeitung und wird als Grundstoff bei der Kerzenherstellung sowie im Kosmetik- und Medizinbereich verwendet. Es wird in flüssiger Form in Tankern transportiert. Beim Spülen der Tanks auf See erstarrt es im Wasser zu gelblichen Klumpen.

Der Umweltausschuss empfahl der Gemeindevertretung einstimmig, die Resolution, die von der Insel- und Halligkonferenz am 3. April verabschiedet wurde, zu unterstützen. Darin werden unter anderem Rechtsvorschriften gefordert, die die Entsorgung von Paraffin oder anderen ölhaltigen Mischungen und Rückständen schädlicher Flüssigkeiten in europäische Meere zu verbieten (wir berichteten).

Übrigens ist das angeschwemmte Paraffin immer noch auf Sylt. Es lagert auf dem Remondis-Gelände. Auch sieben Wochen nach der Paraffin-Schwemme ist noch nicht klar, wie es einzuordnen ist – ob als Rest- oder Sondermüll. „Ich warte selbst noch auf die Untersuchungsergebnisse der Analyse“, erklärt Volker Tybussek, Remondis-Betriebsstättenleiter auf Sylt.

Von der Wasserschutzpolizei heißt es unterdessen, dass es Rohparaffin sei. Genauere Angaben konnte der Sprecher dazu nicht machen. Die Ermittlungen nach dem Verursacher laufen weiter. 66 Schiffe seien registriert worden, die sich im fraglichen Zeitraum in dem durch Driftberechnungen ermittelten Seegebiet aufhielten. Die Überprüfungen laufen noch, der Ausgang sei völlig offen.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 15:15 Uhr

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