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Tourismus-Statistik : Sylt verliert seine Gäste

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Abwärtstrend führt sich fort: Laut inselweiter Tourismus-Statistik stieg 2013 zwar die Zahl der Betten auf Sylt – doch die Übernachtungs- und Gästezahlen gehen weiterhin zurück.

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erstellt am 14.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Auch wenn die Zahlen auf der Insel kaum jemanden wirklich überraschen werden – der Blick auf die Übernachtungsstatistik für das Jahr 2013 dürfte für alle, die vom Tourismus leben, eine bittere Erfahrung sein: Im Vergleich zum Vorjahr ging auf der Insel nicht nur die Zahl der Gäste um 5657 auf knapp 835 922 Menschen zurück. Auch die Zahl der Übernachtungen sank im Vergleich zu 2012 um 2,24 Prozent.

Tourismus-Chef Peter Douven hatte den anhaltenden Abwärtstrend schon im Februar diesen Jahres vorhergesagt, als klar war, dass die Gemeinde Sylt 2013 im Vergleich zum Vorjahr 3,3 Prozent weniger Übernachtungen zu verzeichnen hatte. Seit fünf Jahren gehe die Zahl der Übernachtungen inselweit jährlich um rund 400 000 zurück, Douven bezifferte dies mit einem Umsatzausfall von 40 bis 60 Millionen Euro.

Angesichts der nun vorliegenden Übernachtungszahlen für die gesamte Insel fallen deutliche Unterschiede zwischen den Inselorten auf. Größter Verlierer ist die Gemeinde Wenningstedt, in der vergangenes Jahr zwar die Zahl der Betten stieg, in der aber 4,64 Prozent weniger Übernachtungen gebucht wurden. Auffällig ist hier der massive Rückgang der Übernachtungen um 17,65 Prozent auf dem Campingplatz. Dieser vermeintliche Rückgang ist allerdings auch ein Zeichen dafür, dass die von den Inselgemeinden erstellte Statistik nicht unbedingt fehlerfrei sein muss: Auf dem Wenningstedter Campingplatz zumindest reagierte man auf Anfrage der Sylter Rundschau überrascht – man habe eine „super gute Saison“ gehabt und ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Wie es zu diesen unterschiedlichen Zahlen kommt, konnte in Wenningstedt bis Redaktionsschluss niemand beantworten.

Inselweit ist die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen – das Wenningstedter Ergebnis eingerechnet – um 3,32 Prozent zurückgegangen.

Übernachtungs-Sieger ist, wie auch im Vorjahr, die Gemeinde List, die ein sattes Übernachtungs-Plus von 2,64 Prozent verzeichnet. Dabei verbuchten vor allem die Hotels und privaten Vermieter mehr Übernachtungen. Lists Tourismusdirektor Boris Ziegler erklärt sich dies unter anderem damit, dass sich das A-Rosa-Hotel und das Hotel Strand weiter etabliert haben. Andere Lister Vermieter dagegen klagen teilweise über einen Rückgang – was gelegentlich auch an nicht mehr zeitgemäßen Wohnungen liegen mag. Als einziger weiterer Inselort verzeichnet Rantum einen Zuwachs an Übernachtungen (1,74 Prozent).

Über ihre sinkenden Übernachtungszahlen haben sich die Kinder- und Jugendeinrichtungen der Insel schon in den vergangenen Monaten beklagt. Laut Statistik gingen die Übernachtungszahlen dieser Einrichtungen in Hörnum, Wenningstedt und Kampen zurück, in List stiegen sie leicht an. Die Zahlen der Gemeinde Sylt sind in dieser Kategorie nicht verwertbar, weil hier im Unterschied zu den Vorjahren auch Übernachtungen von Kindern unter 14 Jahren mitgerechnet wurden. So sehen nicht nur die Zahlen für die Jugendeinrichtungen im Vergleich zum Vorjahr besser aus, als sie sind – auch die Übernachtungszahlen der Gemeinde Sylt insgesamt sind so ein wenig schöngerechnet worden.

Trotz der seit Jahren andauernden Übernachtungsrückgänge, nimmt eine Zahl in der Statistik Jahr für Jahr zu: die der Betten. Im Vergleich zu 2012 stieg sie um 2,24 Prozent – von 2009 bis 2013 hat sich die Zahl um fast 2000 Betten auf inselweit knapp 59 500 Betten erhöht.

 

Wer sich ein Bild über die Statistik machen möchte, findet sie auf der Seite der Sylt Marketing Gesellschaft (www.sylt.de/business/presse/basisinformationen.html). In der Donnerstagausgabe der Sylter Rundschau lesen Sie die Reaktionen auf der Insel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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