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Sylter Rundschau

20. Oktober 2017 | 07:27 Uhr

Edeka & Co. : Sylt und seine Supermärkte

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sie sind das Herzstück jedes Inselortes. Nun feierte der Hörnumer Supermarkt sein 50-jähriges Bestehen. Und auch andere Märkte auf Sylt blicken auf eine Erfolgsgeschichte.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2016 | 05:05 Uhr

Es war ein besonderer Tag für Ingo Dehn und seine Familie: Gestern feierte der Hörnumer Kaufmann das 25-jährige Bestehen seines Supermarktes im Inselsüden. Doch das war nicht der einzige Grund für die Feststunde: Wie Familie Dehn zuvor von der Industrie- und Handelskammer (IHK) erfuhr, konnten sie gleich zwei Jubiläen begehen, denn an dem Ort, an dem der Edeka der Familie Dehn heute steht, öffnete der erste Supermarkt in Hörnum vor genau 50 Jahren seine Türen. Als erster Gratulant mit einer Ehrenurkunde im Gepäck kam IHK-Vertreter Gregor Stein aus Husum auf die Insel. „Die Urkunde wird natürlich gut sichtbar im Kassenbereich aufgehängt“, freute sich Ingo Dehn sichtbar.

Die Erfolgsgeschichte des Hörnumer Supermarktes sei nicht alltäglich, erzählt Vertreter Stein bei Kaffee und Gebäck. „Besonders in einer Region, die im Winter auch schwache Monate zu überstehen hat, ist das eine besonders tolle Leistung – denn gerade der kleine Supermarkt um die Ecke ist in einem Ort wie Hörnum immer ein wichtiger Treffpunkt und durchaus etwas emotionales“.

Eine andere Sylter Supermarkt-Erfolgsgeschichte wird in Rantum geschrieben. Dort gibt es den ältesten der insgesamt 28 Supermärkte auf der Insel, den Markant Nah & Frisch von Kaufmann Thomas Nissen. „Meine Großeltern haben 1939 mit einem kleinen Milchladen angefangen“, sagt er. „Es gab frische Milch aus der Kanne vom Bauern nebenan und alles hat sich auf 20 Quadratmetern abgespielt.“

Von den Großeltern haben Thomas Nissens Eltern den Betrieb Anfang der 70er Jahre übernommen. „Das Geschäft wurde erweitert und gleichzeitig wurde im Obergeschoss Wohnraum geschaffen“, erinnert er sich. Nach seiner Ausbildung trat der junge Thomas in den 80er Jahren in den elterlichen Betrieb ein. Eigentlich nur für den Sommer – aber der gelernte Kaufmann merkte schnell, dass seine Hilfe gebraucht wurde. „Im Nachhinein sehe ich das als großes Geschenk, dass ich jeden Tag mit meinen Eltern gemeinsam erleben konnte“, sagt er rückblickend.

Als Urgestein in der Sylter Supermarkt-Landschaft hat Nissen auch die Veränderungen der Kundenwünsche miterlebt: „Man muss mit der Zeit gehen und Veränderungen auch herbeiführen“, sagt er, „und es hat sich viel verändert. Früher reichte es aus, Mortadella und Bierschinken im Tresen zu haben. Das geht heute nicht mehr.“

Die neuen Ansprüche der Kunden kennt auch Ingo Dehn in Hörnum. In seinem Edeka – als er den Betrieb übernahm war es noch ein Spar-Markt – habe sich viel getan. „Vor allem in den letzten zehn Jahren hat sich viel verändert“, so Dehn. „Ende der 90er Jahre konnte man keine Weinflasche über zehn Mark verkaufen. Weine, die 15 Mark kosteten, liefen überhaupt nicht.“ Das habe sich seit dem Euro aber massiv geändert. „Die Weine haben dann nicht mehr zehn Mark, sondern fünf Euro gekostet – und verkauften sich leichter.“ Aber spätestens mit den Hotels Budersand und Hapimag habe die Familie gemerkt, dass die Kunden einen höheren Anspruch ans Sortiment hatten. „Nicht nur bei Wein, Champagner und Spirituosen, das betrifft vor allem auch Bio-Produkte. Die erwarten die Kunden auch in einem vergleichbar kleinen Laden wie dem Edeka in Hörnum, honorieren uns aber auch, wenn wir es anbieten.“

Auch in List haben sich die Ansprüche der Kunden in den vergangenen Jahren stark verändert. Das liege vor allem an der Struktur des Ortes, erklärt Axel Petersen, Inhaber von Edeka Petersen in List. „Die Bundeswehr ist nicht mehr vor Ort und dadurch ist die Kundschaft eine ganz andere“. Die Saison über werden viele tolle Produkte verkauft, „gerade im Weinbereich merkt man das. Aber das geht auch durch die anderen Sortimente: Wir verkaufen Galloway, Büffel, Wagyu, Kobe, Fleisch aus Argentinien und Neuseeland“, so Petersen. Dennoch sei das Wichtigste, betont Thomas Nissen aus Rantum, der persönliche Kontakt zu den Kunden in einem kleinen Supermarkt. „Wir sind nach wie vor für die Menschen da, kommen mit ihnen ins Gespräch und kennen ihre Namen. Das ist der Unterschied, der uns von den Großmärkten auf der Insel abhebt.“

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