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Wassersport in SH : Sylt und der Kite-Konflikt: Alles in trockenen Tüchern?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sylt hat seine eigene Lösung zum Kite-Konflikt erarbeitet. Aber reicht das?

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2016 | 05:05 Uhr

„Grünes Licht für Kitesurfer auf Sylt“: Für die Surfschule Südkap in Hörnum ist der Kite-Konflikt, den die Sportler derzeit mit Umweltminister Robert Habeck austragen, soweit es die Insel betrifft, erstmal kein Thema mehr. Doch ob die Kiter langfristig wirklich so frei und mobil vor der Inselküste bleiben können wie bisher, ist noch nicht endgültig entschieden.

Zum Hintergrund: Derzeit ist das Kiten in großen Teilen des Schleswig-Holsteinischen Nationalparks Wattenmeer fast uneingeschränkt erlaubt. Ab 2016 soll der Kitesport durch die neue Befahrensverordnung in Naturschutzgebieten jedoch grundsätzlich verboten werden. Dagegen hatten die Sportler unter anderem mit Unterschriftenaktionen protestiert (wir berichteten).

Bisher konnten sich auch die Kiter vor Sylt frei bewegen. Besonders die Westseite sowie das Hörnumer Möwennest und der Königshafen in List sind bei ihnen beliebte Spots. Geht es nach der Nationalparkverwaltung und vielen Insulanern soll dies auch weiterhin so bleiben: Anfang dieser Woche trafen sich Beauftragte der Nationalparkverwaltung mit dem Sylter Amtsvorsteher Rolf Speth, dem Kite Club Sylt und der Surfschule „Südkap Surfing“ in Hörnum. Dort einigte man sich darauf, dass das Kitesurfen vor Sylt weiterhin beinahe so betrieben werden kann wie bisher. Einzige Veränderung in diesem gemeinsam ausgearbeiteten Konzept: Die beliebten Spots in Hörnum und List sollen bis zum Saisonstart 2016 deutlich gekennzeichnet und ausgeschrieben werden, um auch ortsfremde Kiter dorthin zu lenken.

Besonders empfindliche Bereiche des Nationalparks werden neuerdings mit Schwimmtonnen abgegrenzt. „Das Ziel ist, große und sichere Kitegebiete anzubieten, Ruhezonen für die Natur aber dennoch zu gewährleisten“ erklärt Hendrik Brunckhorst, Pressesprecher der Nationalparkverwaltung Schleswig-Holstein. Eine der Ruhezonen soll beispielsweise in einem Teil des Möwennestes in Hörnum errichtet werden. Generell sollen vor allem auf der Wattseite empfindliche Bereiche geschützt werden – diese Bereiche wurden aber auch bisher selten von Kitern genutzt.

An der Westküste sollen künftig während der Saison im Brandungsbereich spezielle Korridore und Strandabschnitte ausgewiesen werden, die die Kiter nutzen können, ohne eine Gefahr für Badegäste darzustellen. Auch das Schutzgebiet der Schweinswale, das 150 Meter vor der Küste beginnt, soll weiterhin oberste Priorität haben. „Die Verantwortlichen auf Sylt sind in diesem Thema beispielhaft vorgegangen. In langen Gesprächen haben alle Beteiligten ihr Optimum herausholen können“, lobt Kirsten Boley-Fleet, Fachbereichsleiterin der Schutz- und Entwicklungsplanung der Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Trotz einer erfolgreichen Einigung auf Sylt muss allerdings auch die Insel den Beschluss des Umweltministers Robert Habeck und die neue Befahrensverordnung abwarten. Der Kieler Umweltminister lädt am 8. Februar alle Verantwortlichen des Kite-Konflikts in Schleswig–Holstein zu einem Gedankenaustausch ins Ministerium ein. Dort soll ein Lösungsvorschlag präsentiert und nach einem möglichen Kompromiss zwischen der aufstrebenden Trendsportart und dem Naturschutz gesucht werden (wir berichteten).

Brunckhorst kann sich nicht vorstellen, dass das Konzept der Insel auf Kritik stoßen werde. Auch Boley-Fleet bestätigt: „Wir haben eine erfolgreiche Vorarbeit für das Umweltministerium geleistet und alle sind sehr zufrieden.“

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