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Umfrage : Sylt und Auto gehören fest zusammen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Sylter sind schwer genervt vom Verkehr auf der Insel – steigen aber selbst auch für kurze Wege überdurchschnittlich viel in ihren Wagen. Eine Umfrage zeigt: Weder Sylter noch Urlauber sind bereit, ihr Auto stehen zu lassen.

Sylt | Manchmal sind Daten nicht trocken, sondern ein bisschen deprimierend. So wie die Ergebnisse einer Umfrage, die das Büro StadtVerkehr für das insulare Verkehrskonzept erstellt hat. Die befragten Urlauber und Gäste sorgten für folgende Ergebnisse: Die Sylter sind schwer genervt vom Verkehr auf der Insel – steigen aber selbst auch für kurze Wege überdurchschnittlich viel in ihren Wagen. Die Gäste sind mit dem Bus- und Fahrradangebot auf Sylt ziemlich zufrieden – aber ihr Auto dafür stehen lassen, das wollen sie auch nicht. Und im Winter wird die Verkehrssituation auf der Insel logischerweise noch einmal ganz anders bewertet – da stören die Autos der Anderen dann nicht mehr. Unter anderem diese Ergebnisse wurden gestern der sogenannten Lenkungsgruppe des Verkehrskonzepts vorgestellt – den Bürgermeistern, Kommunalpolitkern, dem Bauamt, den Unternehmern, Touristikern und Verkehrsunternehmern.

Diese Gruppe soll in weiteren Treffen ein Verkehrs-Leitbild für die Insel erarbeiten – irgendwo zwischen autofreiem Sylt und Auto-Insel. Das Dazwischen ist Marc Stuhm vom Büro StadtVerkehr wichtig. Es gehe darum, bestehende Systeme nach zu justieren, sich weiter zu vernetzen. Um revolutionäre Ideen geht es weniger. Dazu sind Sylt und Auto auch zu stark gekoppelt, findet Stuhm.

Er und seine Kollegen fänden es sinnvoll, wenn man diese Kopplung ganz sanft etwas lösen könnte – also noch mehr aufs Rad- und Busfahren setzt. Theoretisch sei die Lenkungsgruppe für solche Ideen auch offen, doch deutliche Einschränkungen für den Autoverkehr ließen sich auf Sylt nicht durchsetzbar, ist man sich sicher. Der Vorschlag , Busspuren einzurichten, die den Autos auf der Straße etwas Platz weg nehmen, käme nicht gut an. Und die insulare Touristik warne angesichts einbrechender Übernachtungszahlen ohnehin, den Autofahrer als Gast zu verprellen. Doch auch kleinere Maßnahmen, ist sich Bauamtschef Martin Seemann sicher, können Sylt voran bringen: „Es ist wichtig, die Trends, die sich in Großstädten beim Verkehrsverhalten zeigen, auch auf die Insel zu übertragen.“

Auseinandersetzen muss sich die Insel laut Beurteilung der Stadtplaner mit ihrer Verkehrssituation trotz aller Bedenken: Sie sehen die Verkehrssituation als „eine der größten Problemlagen auf Sylt“, erkennen bisher allerdings nur eine „geringe Bereitschaft, alternative Mobilitätsformen auf der Insel zu nutzen“. Wobei die Planer viele der Voraussetzungen auf der Insel in ihrem Gutachten loben: Das größtenteils gut ausgebaute Radwegenetz oder die gute Anbindung, die die meisten Ortsteile auf der Insel an den öffentlichen Personennahverkehr haben. In einem nächsten Treffen Ende März soll die Lenkungsgruppe gemeinsam mit dem Planer-Büro das Verkehrs-Leitbild für Sylt erstellen.  

Die Umfrage

Im Juli/August 2013 wurden 387 Gäste zu ihrem Verkehrsverhalten befragt: 65 Prozent reisen mit dem Auto an, 37 Prozent benutzen es auch während des Aufenthalts auf der Insel. 61 Prozent der befragten Gäste würde das Fahrrad auch nicht häufiger nutzen, egal wie sehr sich die Radfahr-Angebote verbessern würden. Die befragten Sylter nutzen auf 59 Prozent ihrer Wege ein Auto – selbst bei Strecken unter 500 Meter setzen sich 33 Prozent in den Wagen. Das Angebot an Radwegen wird von den Syltern durchschnittlich gut bewertet – die Verkehrssicherheit dagegen sehen die Insulaner deutlich negativer. Beim Bus stören sie vor allem die als zu hoch empfundenen Preise.
 

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erstellt am 09.Feb.2014 | 17:52 Uhr

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