GDL-Streik : Sylt trotz Bahnstreik erreichbar

Der Westerländer Bahnhof wird auch dieser Tage angefahren.
Der Westerländer Bahnhof wird auch dieser Tage angefahren.

Weil NOB- und Sylt-Shuttle-Mitarbeiter nicht streiken, soll die Insel auch in dieser Woche erreichbar sein.

shz.de von
05. Mai 2015, 05:34 Uhr

„Ich würde sofort mitstreiken, wenn ich nicht verbeamtet wäre“, sagte ein Lokführer des Sylt Shuttles der Deutschen Bahn (DB) am Montag angesichts des angekündigten Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Trotz dieser Solidaritätsbekundung ist der Autozug vom Streik der GDL nicht betroffen – die dort beschäftigten Lokführer werden von einer anderen Gewerkschaft vertreten. Auch die Züge des privaten Eisenbahnunternehmens Nord-Ostsee-Bahn (NOB) sollen nach Plan fahren.

Der Ausstand im Personenverkehr ist für den Zeitraum von Dienstag, 5. Mai um 2 Uhr bis Sonntag, 10. Mai 9 Uhr angekündigt. Der Güterverkehr soll von Montag, 4. Mai 15 Uhr bis Sonntag, 10. Mai 9 Uhr bestreikt werden. Bei Urlaubern, die mit dem Zug aus Süddeutschland auf die Insel gereist sind, sorgt der angekündigte Streik für Unmut. Das die Spitze der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erneut zum Streik im Güter- und Personenverkehr der DB aufgerufen hat, können sie nicht verstehen: „Weiter als bis nach Hamburg kommen wir am Freitag wohl nicht mit der Bahn – wann wir dann zu Hause in München sind, weiß ich nicht“, beklagt eine 68-jährige Frau.

Einige zeigen auch Verständnis für die Situation der Lokführer, Lokrangierführer und Zugbegleiter der GDL: „Die sollen fair bezahlt werden. Ich finde es richtig, dass sie sich das nicht gefallen lassen“, sagte ein 39 Jahre alter Sylter. Die Nord-Ostsee-Bahn betont, dass ihre Züge nicht vom aktuellen GDL-Streik bei der Deutschen Bahn betroffen sind und daher fahrplanmäßig verkehren sollen. Auf der Strecke Hamburg-Altona – Husum - Westerland (Sylt) sollen die Züge wie geplant rollen: „Wir müssen aber trotzdem davon ausgehen, dass es dem einen oder anderen zu vage ist, und er auf die Reise nach Sylt verzichtet“, sagte Kay Goetze, Sprecher der NOB.

Die bisherigen Streiks hätten keine größeren Auswirkungen auf Fahrgastzahlen oder Fahrpläne gehabt. Zudem wüssten die Fahrgäste, dass die Züge des privaten Bahnbetreibers wie gewohnt fahren, so Goetze. Doch dass das Streikgeschehen komplett spurlos an der NOB vorbeigeht, könne er nicht ausschließen: Abgestellte Fahrzeuge anderer Unternehmen in Bahnhöfen und auf Gleisanlagen, könnten auch im Betrieb des Zugverkehres der Nord-Ostsee-Bahn für Verspätungen oder Störungen führen. Fahrgäste können sich unter: www.nob.de sowie über die kostenpflichtige 24h-Servicenummer: 01807 / 662 662 informieren.

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