Sylter Unternehmer : „Sylt steht vor großen Herausforderungen“

Die  anstehende Bürgermeisterwahl war Thema in der Jahreshauptversammlung der Sylter Unternehmer.
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Die anstehende Bürgermeisterwahl war Thema in der Jahreshauptversammlung der Sylter Unternehmer.

Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins Sylter Unternehmer diskutierten Mitglieder und Gäste über aktuelle Inselthemen.

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04. Juni 2014, 06:00 Uhr

„Seit Mai hat unser Verein exakt 500 Mitglieder und damit enorm an Schlagkraft gewonnen“, sagte Karl Max Hellner, der Vorsitzende des Sylter Unternehmer (SU), in seiner Begrüßung zur Jahreshauptversammlung 2014. „Diese Kraft werden wir verantwortungsvoll zum Wohle der Wirtschaft, zum Wohle der Insel insgesamt einsetzen. Denn Sylt steht weiterhin vor großen Herausforderungen!“ Wie die vielfältigen Aufgaben bewältigt werden können, welche Weichenstellungen notwendig sind – das stand im Mittelpunkt aller Reden sowie einer offenen Diskussionsrunde am Montagabend im Sylt-Aquarium.

Doch zunächst ließ Hellner die zahlreichen Aktivitäten im zurückliegenden Vereinsjahr Revue passieren: Bewährtes wie Lehrstellenrallye, Freisprechungsfeiern und Partynacht seien ebenso erfolgreich gewesen wie neu gestartete Initiativen, sagte der Vorsitzende, und nannte als Beispiele die Installation eines Internet-Sylt-Blogs in Kooperation mit Sylt-Marketing, die Informationsabende der SU-Lounge oder die Dienstleistungskampagne zur Unterstützung des Flughafens. Locker präsentierten Schatzmeister Dirk Volquardsen und Geschäftsführer Ronald Glauth anschließend die trockenen Zahlen der Jahresabschlüsse 2013 und Etatpläne 2014 des Vereins sowie der Wirtschaftsgesellschaft WIGES. Kassenprüfer Erich Spintig bestätigte, alles sei korrekt gelaufen, der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Den Auftakt zum Blick in die Zukunft lieferte dann Dirk Ipsen als Gastredner, sein Thema war brandaktuell: es ging um die bevorstehende Bürgermeisterwahl. Engagiert, emotional, doch frei jeder Polemik beschwor der ehemalige Sylter Bürgervorsteher den Geist und die Botschaft der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein – ein 794 Seiten schweres Werk, das er während seiner Rede immer wieder wie eine Bibel in die Höhe hielt. „Das ist der Eckpfeiler unserer Demokratie“, sagte Ipsen. „Den Gemeinden wird darin das Recht der freien Selbstverwaltung in den eigenen Angelegenheiten als eines der Grundrechte demokratischer Staatsgestaltung gewährleistet. Sie haben das Wohl aller Einwohner zu fördern und handeln in Verantwortung für zukünftige Generationen.“ Die Gemeindevertretung als oberste Dienstbehörde, und damit Vorgesetzte des Bürgermeisters, legt die Ziele und Grundsätze für die Verwaltung fest, trifft alle wichtigen Entscheidungen und überwacht ihre Durchführung. Der Bürgermeister sei im Auftrag der Bürger und ihrer gewählten Vertreter für die sachliche und wirtschaftliche Erledigung der Aufgaben, die Organisation der Verwaltung sowie für die laufenden Geschäfte verantwortlich. Ipsen bekräftigte sein Plädoyer für einen „reinen Verwaltungschef“, von dem vor allem Fleiß und Intelligenz gefordert seien. Doch das Bürgermeisteramt muss auch von der Politik getragen werden, verantwortungsvoll und stets auf Augenhöhe. „Die Gemeinde Sylt steht vor gewaltigen Herausforderungen“, so Dirk Ipsen abschließend, „deshalb ist die Bürgermeisterwahl eine ganz wichtige Entscheidung für unsere Zukunft!“

Zum Abschluss der Veranstaltung moderierte Kommunikations- und Marketingexperte Holger Sturm einen Diskussionsworkshop, an dem sich viele Vereinsmitglieder und Gäste engagiert beteiligten. Es ging um große Themen wie den Fachkräftemangel und die Wohnungssituation auf der Insel, aber auch um Ideen für weitere SU-Lounges, die Organisation eines Gemeindefestes in Westerland oder die Festveranstaltung zum 50-jährigen Vereinsjubiläum 2016. Die zur Freude aller Teilnehmer ebenso kurzweilige wie anregende Jahresversammlung endete mit einer Führung durch das neu gestaltete Sylt-Aquarium sowie einem Grillabend in den Räumen und auf der Terrasse des Restaurants „49er Aldente“.


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