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Bahnstrecke Niebüll-Westerland : Sylt Shuttle und RDC: Kiel will die Weichen stellen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Moderierte Gespräche zwischen DB und RDC sollen ein drohendes Bahn-Chaos verhindern.

von
erstellt am 04.Feb.2016 | 05:10 Uhr

Sylt | Der Bürgermeister der Gemeinde Sylt, Nikolas Häckel, ermuntert die Sylter Bürger zu Menschenketten gegen das „Bahn-Chaos“, der Verein Sylter Unternehmer protestiert und in Pendler-Foren im Netz machen Mitarbeiter insularer Unternehmen ihren Unmut über Verspätungen auf der Strecke Niebüll–Westerland Luft. Seit Wochen wirkt es für Insulaner und Gäste so, als würde ihr Protest zwar immer lauter, aber von niemandem gehört.

Der Kampf um den Hindenburgdamm der beiden Bahnunternehmen Railroad Development Corporation (RDC) und DB Syltshuttle zieht sich seit Langem hin. Weil viel mehr Züge als bisher auf der teils eingleisigen Strecke fahren sollen, werden sie sich in den Bahnhöfen Westerland und Niebüll gegenseitig blockieren, so die Befürchtung.

Nun stellt sich zumindest heraus, dass die konkurrierenden Autozug-Anbieter DB Sylt Shuttle und RDC an einem Tisch sitzen, um Lösungen für den Autozugverkehr zwischen Westerland und Niebüll zu finden. Die Moderatorenrolle nimmt der landeseigene Verkehrsbetrieb nah.sh ein. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte gegenüber der Sylter Rundschau: „nah.sh führt im Auftrag des Landes seit Wochen intensive Gespräche, um die bestehenden und drohenden Fahrplankonflikte zu lösen.“ Doch worum es in den Gesprächen konkret geht – und ob sie schon zu irgendwelchen Lösungen geführt haben, dazu äußert sich das Ministerium aktuell nicht.

Auch die Deutsche Bahn will derzeit zu Inhalten nichts sagen – schließlich liefen die Gespräche ja noch. RDC dagegen äußert sich, allerdings recht unkonkret: „Bei den Gesprächen geht es lediglich um die betriebliche Abwicklung der Autozug-Verkehre bei mehreren Betreibern“, so RDC-Unternehmenssprecherin Meike Quentin. Nach Informationen der Sylter Rundschau verhandelt man unter anderem darüber, ob die Bahnunternehmen ihre Autozugfahrten nicht so tauschen könnten, dass immer ein Anbieter seine Fahrten über einen längeren Zeitraum hinweg durchführt. Bisher sieht der Fahrplan vor, dass sich die Unternehmen im Laufe eines Tages mit Autozugfahrten immer wieder abwechseln und ihre Waggons zwischendurch aufwendig auf Abstellgleise rangieren müssen – was zu weiteren Verzögerungen führen könnte.

Auch auf die Frage, für wie erfolgsversprechend RDC die Lösungsversuche in Kiel hält, reagiert Sprecherin Meike Quentin zurückhaltend: „Die gegenwärtig bereits gravierenden Probleme auf der Sylter Bahnverbindung, die jetzt schon tagtäglich stattfinden, bestehen losgelöst von den Gesprächen. Denn die aktuell massiven Verspätungen werden nicht durch mehrere Autozugbetreiber ausgelöst, sondern haben andere Ursachen. RDC hat den Regelbetrieb bislang ja noch gar nicht aufgenommen.“

Indirekt kritisiert das Eisenbahnunternehmen auch die Rolle des Landes im Verfahren. Noch im Oktober, so Meike Quentin, habe Wirtschaftsminister Reinhard Meyer auf einem Pressetermin mit DB-Vorstand Berthold Huber betont, dass die DB den Sylt Shuttle im Fahrplanjahr 2016 vernünftig fahren lassen werde und er deshalb entsprechend optimistisch sei.

Wann RDC den Betrieb aufnimmt, steht weiterhin nicht fest: Das Unternehmen wartet darauf, dass seine Tickets und Waggons für den Verkehr auf dem Hindenburgdamm zugelassen werden. Im Februar wird RDC nach eigenen Angaben definitiv noch nicht starten. Ob RDC-Autozüge zu Ostern über den Damm rollen, scheint auch noch nicht festzustehen.

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