Autozug : Sylt-Shuttle: Sieg für die Deutsche Bahn

RDC darf nur 15 Autozug-Fahrten am Tag anbieten.
Dass die Deutsche Bahn beim langen Kampf um die Autozugtrassen nun recht gut dasteht, liegt an einem Kniff.

RDC darf nur 15 Fahrten am Tag anbieten. Der Konkurrent will trotzdem vom Hindenburgdamm nicht ablassen.

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10. Juli 2015, 05:24 Uhr

Sylt | Es war am Ende fast vorauszusehen: Nach der Entscheidung der Vergabeinstanz DB Netz darf die Deutsche Bahn auch nach dem Fahrplanwechsel im Dezember mindestens so viele Autozüge von und nach Sylt fahren lassen, wie bisher. Das amerikanische Unternehmen Railroad Development Corporation (RDC), das ab Dezember ebenfalls den Hindenburgdamm befahren will, hat lediglich 15 einfache Fahrten pro Tag zugesprochen bekommen. In den kommenden Wochen kann diese Vergabe noch von der Bundesnetzagentur geprüft werden – faktisch steht sie also erst im August fest.

Dass die Deutsche Bahn beim langen Kampf um die Autozugtrassen nun recht gut dasteht, liegt an einem Kniff, mit dem sich das Unternehmen die Fahrten gesichert hat: Wenn zwei Unternehmen zum gleichen Zeitpunkt Züge fahren lassen möchten, bekommt derjenige die Trasse zugesprochen, der seine Züge über eine längere Strecke rollen lassen will. Deshalb will die Deutsche Bahn künftig an ihre Autozüge Triebwagen koppeln, in denen bis zu 140 Fahrgäste mitfahren können. In Niebüll werden die Personenwagen dann abgekoppelt und fahren bis nach Husum oder Hamburg-Altona weiter.

Von diesem „Trick“ und seinem Ergebnis ist Hans Leister, deutscher RDC-Chef, naturgemäß nicht so begeistert: „Wir hätten uns natürlich mehr Trassen gewünscht“. Zudem ist er sich sicher: Das An- und Abkoppeln der DB-Personenwagen an den Syltshuttle in Westerland und Niebüll wird zu Komplikationen und Verzögerungen auf der Strecke führen. Zudem sei er gespannt, ob die Deutsche Bahn die gekoppelten Personen-Autozüge auch wirklich fahren lassen werde. „Ein seriöses Unternehmen müsste das nach so einer Ankündigung ja dann auch wirklich tun.“ Trotz allem Ärger will RDC laut Leister vom Hindenburgdamm nicht ablassen: „Wir werden die 15 Trassen fahren.“

Ob sein Unternehmen gegen die Vergabe der DB Netz Einspruch erheben – oder gegen die Vergabe Klage einreichen wird, dazu wollte Leister gestern nichts sagen. Vor allem konzentriere sich sein Unternehmen jetzt auf den Betriebsstart des RDC-Autozugs.

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