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Von Niebüll nach Westerland : Sylt Shuttle: SH steigt ins Rennen um Autozug ein

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auch das Kieler Verkehrministerium hat die Nutzung der Trassen des Syltshuttles beantragt. Jetzt hoffen drei Bewerber auf den Zuschlag.

Sylt | Im Ringen um die lukrative Autozugverbindung von Niebüll nach Sylt macht Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer ernst: Das Land hat jetzt als dritter Bewerber neben dem langjährigen Betreiber Deutsche Bahn und der deutschen Tochter der amerikanischen Railroad Development Corporation (RDCD) sein Interesse an der Nutzung der Gleise angemeldet. „Wir haben die Autozugtrassen ganzjährig und im Halbstundentakt für die Strecke zwischen Westerland und Lindholm beantragt“, bestätigte ein Sprecher von Meyer der Sylter Rundschau auf Anfrage.

Mit der Anmeldung bis Lindholm, nur wenige Kilometer östlich der jetzigen Verladung in Niebüll, erhöht das Land zum einen seine Chance auf den Zuschlag: Je länger eine Strecke ist, desto mehr Trassenentgelt kassiert die DB Netz AG – und höhere Zahlungen sind ein wesentliches Vergabekriterium. Zum anderen wäre die Verlängerung ein erster wichtiger Schritt für eine mögliche Trasse gen Osten: Denn bei Lindholm befindet sich die entscheidende Weiche zur derzeit entwidmeten Strecke Richtung Flensburg. Erst Ende September hatte Meyers Staatssekretär Frank Nägele angekündigt, das Land wolle künftig die defizitäre Linie Hamburg-Westerland („Netz West“) neu ausschreiben und  sogar prüfen lassen,  ob ab 2024 eine neue Autozuglinie zwischen einem Terminal nahe der A7 und Westerland eingerichtet werden kann.

Selbst Autozüge rollen lassen will das Land auch künftig nicht. Doch mit der Anmeldung bei der Bahntochter DB Netz schafft SPD-Politiker Meyer die Voraussetzung dafür, dass er die Strecke erstmals ausschreiben und so das Monopol der Bahn AG zwischen Niebüll und Westerland brechen kann – falls er bei der Trassenvergabe im Frühling zum Zuge kommt. „Mittelfristig sollen die Verkehre in den Schienennahverkehr des Landes integriert werden“, erklärt sein Sprecher. Ziel des gesamten Vorhabens sei es in erster Linie, Geld zu sparen. Könnte der gewinnbringende Autozug-Betrieb gemeinsam mit dem verlustreichen Nahverkehr „Netz West“ ausgeschrieben und vergeben werden, erhofft sich Minister Meyer, dass das Land dann weniger Zuschüsse als bisher an den dort fahrenden Anbieter zahlen müsste – zur Zeit ist das die Nord-Ostsee-Bahn (NOB). „Wir prüfen, ob es Wege und einen Nutzen für das Land gibt, Netz West und Autozug klug zu verknüpfen“, hatte Sprecher Nägele verkündet.

Allerdings lässt Meyer auch prüfen, ob seine Pläne womöglich nach hinten losgehen könnten. Wenn das Land nämlich durch eine Ausschreibung kaum Geld sparen, aber durch den Wettbewerb um den Sylt Shuttle der Preis von derzeit 90 Euro für Pkw sinken würde, gäbe es vor allem einen Effekt: Es kämen noch mehr Autos auf die Insel. Das aber wollen weder die Sylter noch Minister Meyer. Die  Bahn erklärte, sie wolle den Sylt Shuttle auch künftig betreiben. Doch werde die DB Netz AG als Vergabeinstanz „einen diskriminierungsfreien Zugang“ zur Trasse sicherstellen, sagte Sprecherin Sabine Brunkhorst. Konkurrent RDCD sieht die neue Entwicklung gelassen: „Wir haben nichts gegen das Land, aber unser Antrag ist einwandfrei“, erklärte Generaldirektor Hans Leister. „Im Verfahren bleibt abzuwarten, ob das bei den anderen Anmeldungen auch der Fall ist.“

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erstellt am 11.Okt.2014 | 08:16 Uhr

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