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Liniendienst zwischen Hamburg und Sylt : Sylt-Segler „Undine“ wird verkauft

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Insolvenzverwalter sieht keine Zukunft für die Reederei – auch das Motor-Frachtschiff „Annemarie“ ist nicht einsatzfähig.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2016 | 13:04 Uhr

Sylt | Er stellte eine Verbindung zwischen Hamburg und Sylt dar: Nun aber soll der Segler „Undine“ verkauft werden. Im Zuge des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Flensburger Kaufmanns Torben Hass lässt der zuständige Insolvenzverwalter dessen beide Schiffe veräußern. Die beiden Schiffe des Nautikers liegen derzeit im Museumshafen Harburg. „Wir haben einen Makler mit dem Verkauf der Liebhaberstücke beauftragt. Erste Angebote liegen bereits vor“, sagt Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt.

Die Segeltour mit der „Undine“ ist die einzige regelmäßige Verbindung über Wasser zwischen Hamburg und Sylt. Nicht nur die Insulaner werden es vermissen, dass die „Undine“ in Hörnum an- und ablegt.

Kapitän Hass hatte mit seinem Traditionssegler „Undine“ unter der Bezeichnung „Segelreederei Kapitän Hass e.K.“ einen Liniendienst zwischen Hamburg und Sylt für Frachtgut und für bis zu acht Passagiere betrieben. Mit dem historischen Motor-Frachtschiff „Annemarie“ bot er zudem einen Frachtdienst an, der vor allem zum Abtransport von Klärschlamm einiger Nordsee-Halligen genutzt wurde. Im vergangenen Februar hatte das Amtsgericht Flensburg das Insolvenzverfahren über sein Vermögen eröffnet.

Eine Fortführung des Betriebs werde es nicht geben, weil die Schiffe nicht einsatzfähig seien und notwendige Investitionen nicht getätigt werden könnten, heißt es vom Insolvenzverwalter. Zu den Gläubigern zählen demnach unter anderem Kreditgeber, Finanzamt und die Knappschaft. Borchardt schätzt den Schaden für die Gläubiger auf etwa 200.000 Euro. Ob und in welcher Höhe die Forderungen später beglichen werden können, lasse sich aktuell noch nicht bestimmen. Zu den Gründen für die Insolvenz sagt Borchert: „Nach unserer Einschätzung handelt es sich jedoch eher um eine Verkettung mehrerer Gründe. Dazu zählt auch ein Havarieschaden, der zu Umsatzeinbußen führte.“

Die Sympathien gehörten am Anfang ihm, dem ehemaligen Gorch-Fock-Offizier und Wiederentdecker der deutschen Frachtsegelei: Torben Hass. Das war 2013, als der 40-Jährige die Sylter mit seinem Frachtsegler „Undine“ geradezu entzückte.

Berichte, Reportagen und Interviews über seine Touren von Hamburg nach Hörnum und zurück sorgten für eine fast bundesweite Bekanntheit des über 90-jährigen Frachters und seines Kapitäns.

Doch gab es skeptische Stimmen, die bezweifelten, dass sich mit dem Frachter tatsächlich Geld verdienen lässt. „Ich biete den Transport zum gleichen Preis an wie die Straße – also den Transport mit dem Lkw“, entgegnete Hass zum Start seiner Hamburg-Sylt-Line, und machte folgende Rechnung auf: „Die Speditionen müssen über den Hindenburgdamm fahren oder mit der Fähre, und das ist kostspielig.“ 
 

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