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Dramatische Wohnungsnot : Sylt plant Quote für bezahlbare Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die geplante Änderung in den Bebauungsplänen soll das ungebremste Wachstum der Feriendomizile eindämmen.

von
erstellt am 15.Jun.2015 | 20:52 Uhr

Sylt | Im Kampf gegen die dramatische Wohnungsnot auf der Insel plant die Gemeinde Sylt eine Quotenregelung: Demnach müssen künftig in Gebäuden mit Dauer- oder Ferienwohnungen nach wesentlichen Umbauten mindestens 40 Prozent der Geschossfläche für Dauerwohnungen verwendet werden.

Die geplante Änderung in den Bebauungsplänen der Inselgemeinde führt zu großer Verunsicherung bei Sylter Hauseigentümern. Von einer „eklatanten Entwertung unserer Grundstücke“ ist die Rede, sogar von „kalter Enteignung durch die Hintertür des Baurechts“.

Zwar wurde die Regelung bisher nur für ein ausgewähltes Gebiet im Ortsteil Morsum während einer öffentlichen Infoveranstaltung des Inselbauamtes vorgestellt, doch weitere Planungen inklusive 40-Prozent-Quote sind bereits in Arbeit.

Ziel soll es sein, die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern. Immer mehr Sylter verlassen ihre Heimat, weil sie keine bezahlbaren Wohnungen finden, weder zur Miete noch zum Kauf. Daher ist es nach Einschätzung der Inselverwaltung dringend erforderlich, alle planungsrechtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen – mit dem Ziel, den weiteren Schwund bestehender Dauerwohnungen Einhalt zu gebieten und Wohnraum zur ständigen Nutzung durch Insulaner zu schaffen.

Vor allem soll verhindert werden, dass die Zahl der Zweitwohnungsbesitzer auf Sylt immer weiter ansteigt. Durch die Verdrängung der Dauerbewohner bestehe die Gefahr, dass der Siedlungsbereich zunehmend verödet und sich die Bevölkerungsstruktur negativ verändert, heißt es in der Begründung des neuen Morsumer Bebauungsplans.

Kritiker befürchten aber, die Neuregelung benachteilige vor allem diejenigen Hausbesitzer auf der Insel, die ihre Immobilien verkaufen wollen oder müssen. Mit Sicherheit gäbe es dann kaum noch Interessenten vom Festland, die bereit wären, als neue Eigentümer in Umbauten zu investieren – und dann Dauerwohnraum schaffen müssten.

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