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Sondierungsgespräche : Sylt-Ost: Posten verteilen und Wunden lecken

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Nach der Wahl und dem Entscheid pro Fusion sortieren sich die Parteien innerhalb der neuen Mehrheitsverhältnisse. Dabei gibt es ortsübergreifende Gespräche zur Vereinigung mit Westerland und Streit um den CDU- Fraktionsvorsitz. Außerdem kündigt der SSW an, den Bürgermeisterkandidaten der SWG mitzutragen.

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erstellt am 05.Jun.2008 | 05:55 Uhr

Sylt-Ost | "Wir setzen uns mit unseren Kollegen aus Westerland zusammen und ich meine, dass das die anderen Parteien auch tun sollten." Dieser Wunsch des bisherigen Sylt-Oster SSW-Fraktionschefs Hans-Jürgen Widmayer scheint in Erfüllung zu gehen: In dem Vorhaben, Gespräche mit ihren Westerländer Parteikollegen zu suchen, sind sich die im neuen Gemeinderat vertretenen Gruppierungen einig.

Für die CDU kann sich der Sylt-Oster Parteivorsitzende Uwe Dau vorstellen, "dass in einer zweiten Mitgliederversammlung über eine Zusammenlegung mit dem Westerländer Ortsverband und das weitere Vorgehen entschieden wird." In einer ersten soll am Montag darüber beraten werden, wie die "vom Wähler unheimlich bestrafte Partei" einen Neuanfang gestaltet. Dafür muss die Fraktion Sonntag aber zunächst darüber abstimmen, wer ihr Vorsitzender wird. Ein erster Versuch zur Klärung dieser Frage war Anfang der Woche nach heftigen Auseinandersetzungen, bei denen es auch um die Zukunft des bisherigen Fraktionschefs und stellvertretend amtierenden Bürgermeisters Christoph Schmatloch ging, gescheitert.

Dabei muss sich die Partei zumindest um die Besetzung des letzteren Postens keine Gedanken mehr machen. Den stellvertretenden Bürgermeister stellt traditionell die stärkste Fraktion, also die SWG. Beim SSW ist man sich einig, deren Vorschlag mitzutragen - womit dem Kandidaten zehn von 19 Stimmen sicher wären. Widmayer: "Das haben wir immer so gemacht und daran soll sich auch nichts ändern. Außerdem finde ich es spannend, dass die SWG jetzt in der Verantwortung ist und zeigen muss, was sie kann."
Die Themen wurden untereinander aufgeteilt

Diese neuen Verantwortlichen haben die Woche nach der Wahl genutzt, um "verschiedene Fragen" zu klären. Spitzenkandidat Bernd Christensen: "Es geht um mehrere Themen, vom Bürgermeisterposten bis zur Therme, die wir unter uns aufgeteilt haben. Montag tragen wir alle Ergebnisse zusammen und entscheiden wohl auch, wen wir als Bürgervorsteher und als amtierenden Bürgermeister vorschlagen werden." SWG-Kollege Sönke Hansen beispielsweise ist zurzeit mit Sondierungsgesprächen mit den anderen drei Parteien des Sylt-Oster Gemeinderats beschäftigt. Er berichtet: "Wir besprechen die künftige Zusammenarbeit und vor allem, wie wir die Fusion so geräuschlos und friedlich umsetzen können, dass die anderen Gemeinden sagen, da schließen wir uns auch an." Besonders am Herzen liege ihm dabei eine Bestandsgarantie für die Mitarbeiter von Amt und Kurbetrieb: "Wir wollen nicht, dass da irgendjemand durch die Fusion den Job verliert. Und ich gehe davon aus, dass das bei den anderen Parteien und in Westerland auch so gesehen wird."

SPD-Spitzenkandidat Volker Andersen bestätigt erste Kontakte: "Mit wem wir enger zusammenarbeiten, steht aber noch nicht fest." Sicher sei nur, dass seine Partei sich "der neuen Situation" anpassen wird: "Wir waren nicht für die Fusion, werden jetzt aber natürlich dazu beitragen, den Bürgerwillen umzusetzen."

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