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Korrektur : Sylt-Ost: Eilantrag gegen zu große Appartementhäuser am Watt

vom

Per Eilantrag korrigierte die Sylt-Oster Gemeindevertretung den Bebauungsplan für einen Teil des Mülheim-Grundstücks. Weil eine beschlossene Größenbeschränkung vom öffentlich ausgelegten Plan nicht in die rechtsgültige Fassung übertragen wurde, hätten dort sonst bis zu 400 Quadratmeter große Bauten entstehen können.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2008 | 07:16 Uhr

Keitum | Auf dem Konferenztisch in Erik Kennels Bürgermeisterbüro liegen zwei Bebauungspläne für den nördlichen Teil des Mülheim-Grundstücks. Das ist die Fläche, auf der das Bremer Unternehmen Zech Appartements bauen will, die zu ihrem noch von der alten Gemeindevertretung genehmigten Hotel-Neubau auf dem südlichen Grundstücksteil gehören sollen. Sechs Baufenster für sechs Gebäude sind in beiden Plänen eingezeichnet.
Auf 200 Quadratmeter begrenzt

Auf Nachfrage unserer Zeitung zeigte Kennel gestern, wo der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Plänen liegt - und weshalb die SWG- und die SPD-Fraktionen in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag einen Dringlichkeitsantrag stellten: Auf der Legende des Plans, der nach Beschlussfassung durch die Gemeindevertretung öffentlich ausgelegt wurde, ist die Größe der zugelassenen Gebäude auf jeweils 200 Quadratmeter begrenzt. In dem rechtsgültigen, Anfang Juni vom damals noch amtierenden Bürgermeister Christoph Schmatloch unterschriebenen Plan fehlt dieser Hinweis. Damit wäre in den einzelnen Baufens tern die Errichtung deutlich größerer Gebäude möglich.
"Das ist riesig"

"Wir haben von Zech einen Bauantrag bekommen, in dem eines der sechs Gebäude deutlich über 400 Quadratmeter groß sein sollte. Das ist riesig, wenn man bedenkt, dass der Friesensaal gut 500 Quadratmeter hat", erklärte der Bauausschussvorsitzende Bernd Christensen am Donnerstag. Gemeinsam mit seinem Parteikollegen Jörg Ipsen betonte er, dass gerade die Größenbegrenzung in allen gemeindlichen Gremien besprochen und gewollt gewesen sei. Das bestätigte SPD-Vertreter Volker Andersen: "Ich war doch selber dabei! Die Rede war immer nur von 200 Quadratmetern pro Baufenster. Dabei sollte der Bauherr entscheiden können, ob er ein Gebäude 180 und ein anderes 220 Quadratmeter groß mache, aber mehr nicht." Dem stimmte gestern auch CDU-Bauausschussmitglied Winfried Manthey zu.
Nur Schmatloch hielt in der Sitzung dagegen: Es seien 300 Quadratmeter mit einem gewissen Spielraum beschlossen worden. Eine Zahl, über die Kennel gestern nur den Kopf schütteln konnte: "300 Quadratmeter tauchen nun wirklich nirgendwo auf."

Um den Wildwuchs zu verhindern, lautete der Eilantrag von SWG und SPD den Bebauungsplan erneut zu ändern und die im Auslegungsexemplar genannte Größenbeschränkung auch im rechtsgültigen Plan festzuschreiben. Und das "unverzüglich". Den Grund für die Eile erklärte Jörg Ipsen, der sich in dieser Angelegenheit beim Kreis beraten ließ: "Wenn wir die Änderung des B-Plans nicht heute beschließen, kann Zech seinen Bauantrag morgen beim Kreis einreichen und wir haben keine Chance mehr, riesige Gebäude zu verhindern."
Überzeugendes Argument

Ein überzeugendes Argument: 16 der 17 Anwesenden votierten für den Eilantrag. Nur Schmatloch enthielt sich der Stimme, gab aber zu Protokoll, dass seines Erachtens der Bauverwaltung unterstellt werde, den Satzungsbeschluss geändert zu haben.

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