Ralf Stegner auf Sylt : „Sylt ohne Kurtaxe“ Landes-SPD plant Pilotprojekt

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Keine Kurtaxe mehr auf Sylt – ein immer wieder heiß diskutierter Vorschlag. Bei seinem Inselbesuch kündigte Ralf Stegner, Landesvorsitzender der SPD, ein Pilotprojekt an.

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17. Juli 2014, 05:34 Uhr

 westerland Keine Kurtaxe mehr auf Sylt – ein immer wieder heiß diskutierter Vorschlag. Jetzt will die Landes-SPD ein Pilotprojekt zur Abschaffung der umstrittenen Zwangsabgabe starten, das verkündete Ralf Stegner bei seinem gestrigen Sommerbesuch auf der Insel. „Diese Kurtaxe ist ja ein Instrument aus dem vorletzten Jahrhundert“, sagte der  schleswig-holsteinische Landesvorsitzende. Deshalb sei schon lange geplant, Urlauber landesweit davon zu befreien.

Bei einem Termin mit Tourismus-Chef Peter Douven sowie Moritz Luft von Sylt-Marketing stießen Ralf Stegner und Gitta Trauernicht mit ihrem   Vorschlag auf offene interessierte Ohren. Denn das SPD-Projekt ergänze perfekt die Pläne zur Einführung einer „Sylt-Card“, so Trauernicht, die Stegner bei seiner Inselreise begleitete. Und Sylt sei der ideale Ort für einen Testlauf. Aber natürlich müsse alles juristisch abgesichert sein und von allen Inselgemeinden unterstützt werden. So bald wie möglich  werde es weitere Gespräche über das Pilotprojekt mit dem zuständigen Wirtschaftsminister Meyer geben, versprach Stegner.

„Natürlich haben wir mit den Sylter Genossen auch über das Inselthema Nummer Eins, den Wohnraummangel, gesprochen“, sagte der SPD-Landesvorsitzende. „Viele Häuser stehen  monatelang leer, sind pure Anlageobjekte und die Spekulanten sind oft nur zum Schein mit erstem Wohnsitz auf der Insel gemeldet.“ Dagegen müssten alle Instrumente genutzt werden, die rechtlich zulässig sind, bis hin zu Kontrollen des Strom- und Wasserverbrauchs, forderte der Sylter SPD-Vorsitzende Eberhard Eberle.

Gitta Trauernicht äußerte sich auch zur gestrigen Kritik der CDU-Abgeordneten Astrid Damerow an den geplanten Haushaltseinsparungen und deren Warnung vor einer möglichen Schließung der Stationen der Wasserschutzpolizei auf Sylt und  Föhr. „Alles nur heiße Luft, noch ist gar nichts entschieden“, sagte die SPD-Sprecherin für den Küstenschutz.  „Es wird definitiv nur dort Einsparungen geben, wo Aufgaben auch tatsächlich wegfallen können.“ Außerdem investiere das Land viel Geld für den Schutz der Inselküste, sagte Trauernicht. Das sei gut so, müsse aber auch in andere Landesteile vermittelt werden.pbo

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