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Twittern auf Sylt : Sylt kommt nur langsam ins Zwitschern

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Nachrichtendienst Twitter wird auf Sylt nur von wenigen Unternehmen genutzt.

Schneebedeckter Strand oder warmer Schokoladenkuchen mit Pflaumenkompott auf Sylt genießen, ohne dass man selbst auf Sylt ist: Facebook, Twitter und Co machen das möglich - von jedem Ort der Welt aus kann jeder teilhaben am Leben auf der Insel –zumindest virtuell.

Viele Firmen auf der Insel nutzen die sozialen Medien für ihre Zwecke. Sie glauben, dass sie sich hier authentischer und unmittelbarer präsentieren können als mit einer eher allgemeinen Pressemitteilungen. Aber wie nutzen die Sternerestaurants, Fremdenverkehrsverband, oder die Sylt Marketing GmbH welche Online-Netzwerke? Die Sylter Rundschau hat sich umgehört und durchgeklickt.

Täglich twittert die Sylt Marketing GmbH (SMG) auf @sylt_die_insel – meist zum Wetter, manchmal auch zu besonderen Veranstaltungen. „Moin von der Nordsee!“, lautet dabei immer die Begrüßungsformel.

Spannender für Sylter und Besucher ist die Facebook-Seite des Unternehmens, die emotionalen Insel-Fotos auf Instagram oder der Blog (https://blog.sylt.de/ ). Dazu SMG-Geschäftsführer Moritz Luft: „Wir benutzen unseren Twitter-Account im Moment eher alibimäßig – um zu schauen wie es sich entwickelt.“ Der Twitter-Aufwand wachse erst so langsam, denn den Nutzen für die Gäste sehe er bisher nicht, sagt Luft. Der Grund: Einen Service mit Tweets rund um die Uhr könnte sein Team nicht leisten – das sei zu aufwendig. „Unser Fokus liegt auf Facebook. Und auch mit dem Newsletter und unserem Blog informieren wir die Urlauber.“


Was ist Twitter?

 

Twittern, Zwitschern oder schlicht Kurznachrichten versenden – seit knapp neun Jahren hat jeder die Möglichkeit, über Twitter kleine Botschaften ins Universum zu blasen. In der Kürze liegt hier die Würze – länger als 140 Zeichen darf ein sogenannter Tweet nicht sein. Neben Twitter gehört auch Facebook im 21. Jahrhundert zum Kommunikationsprogramm vieler Unternehmen, die im digitalen Laufschritt mithalten wollen.

„Twitter ist für uns kein relevanter Kanal“, sagt die Sprecherin der Insel Sylt Tourismus-Service GmbH, Kristina Kreiss. „Wir machen hauptsächlich Vertrieb – da ist Twitter irrelevant“. Auch für Veranstaltungs-und Eventmanagerin Elke Wenning ist Twitter bisher kein Thema - auf Facebook wird hingegen wird von ihr täglich Neues geboten.

Das 2004 gegründete Online-Netzwerk Facebook gehört schon länger zum Standard-Kanal von Privatleuten und Firmen. Beim US-amerikanischen Mikroblogging-Dienst sieht das anders aus: „Deutsche sind Twitter gegenüber sehr unaufgeschlossen – anders als in anderen Ländern“, sagt Professorin Heidrun Allert, Expertin für Online-Kommunikation an der Uni Kiel.

Der Fremdenverkehrsverein (FVV) Westerland/Sylt ist online bisher zum größten Teil mit seiner Homepage präsent. „Bei Facebook sind wir nur mit unserem Buchungszentrum vertreten, da gibt es Infos zu den Unterkünften sowie Wattwanderungen und andere Veranstaltungen“, so Tanja Söhngen vom FVV.


Kulinarisches Gezwitscher

 

 

Kulinarisch punktet Sylt nicht nur auf dem Teller - auch bei ihren Online-Auftritten glänzen die meisten Küchen: Johannes King ist auf beiden Portalen vertreten. Seit 2004 kocht er unter der Weihe von zwei Sternen im Rantumer Dorint Söl’ring Hof. Unter dem Namen @JohannesKing1 werden täglich köstliche Eindrücke aus seiner Küche getwittert. Auch über Facebook macht der Koch seinen Gästen den Mund wässrig und lädt zu kulinarischen Veranstaltungen.
 


Facebook und Twitter – Plattformen für jedes Unternehmen?

 

Die befragten Sylter Firmen nutzen zum größten Teil Facebook und verzichten auf Twitter. Aber warum? Bei der Nutzung von Twitter müsse man sich mehr Gedanken machen: „Was will ich mit dem Medium? Was ist der Mehrwert? Wen will ich informieren?“ Diese Fragen seien in Hinblick auf Twitter schwieriger zu beantworten als hinsichtlich Facebook, so die Online-Kommunikations Expertin. Für jeden eignen sich der Kurznachrichten-Dienst und das Soziale Netzwerk demnach nicht: „Soziale Medien machen nur für solche Unternehmen Sinn, die kreativ sind und sich auf etwas einlassen können, mit dem sie nicht gerechnet haben“, sagt die Professorin. Denn: Kommentare löschen oder nicht auf Diskussionen eingehen geht nicht.


Die Sansibar zwitschert nicht

 

Auch das bekannte Restaurant Sansibar verzichtet auf Twitter, auch wenn es über einen Account verfügt: Der letzte Post bei @Sansibar_Sylt liegt rund fünf Jahre zurück. Bei Facebook ist das Restaurant dafür umso präsenter. „Wie posten viel, aber weniger für verkaufsfördernde Maßnahmen, sondern eher emotionale Posts um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen.“ Ob ein toller Sonnenuntergang oder ein großer Fisch, der in der Küche zubereitet wird – der Leser hat das Gefühl „dabei zu sein“. Die zahlreichen Likes geben der Sansibar Recht: Ein Foto vom eingeschneiten Strand mit dem Text „Entspannten Freitag, Freunde!!!“ gefiel in kürzester Zeit knapp 3000 Menschen.

Was Gastronomen und Tourismusverbände mit ihren Posts erreichen? Den Sylt-Fans immer und überall – zumindest für einige Minuten – das Gefühl geben, mit dabei zu sein auf der Insel. Träume von einer frischen Brise Nordseeluft verteilten, auch wenn der Nutzer umgeben von stickiger Büro-Luft auf dem Festland sitzt. Richtige genutzt können Online-Plattformen so etwas möglich machen.



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erstellt am 07.Feb.2015 | 04:53 Uhr

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