Sylt-Kita : Sylt-Kita wird Familienzentrum

Auf dem Weg zum Familienzentrum: Die Sylt-Kita-Leiterinnen Vera Hesse (2. v. li.) und Heinke Tadsen (2. v. re.) mit den Moderatoren der Veranstaltung: Insa Schulze und Robert Römer von der Fachhochschule Erfurt.
Auf dem Weg zum Familienzentrum: Die Sylt-Kita-Leiterinnen Vera Hesse (2. v. li.) und Heinke Tadsen (2. v. re.) mit den Moderatoren der Veranstaltung: Insa Schulze und Robert Römer von der Fachhochschule Erfurt.

Bei einem ersten Treffen sammelten die Kita-Leiterinnen Wünsche und Ideen für das künftige Konzept der Einrichtung.

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09. Januar 2015, 05:07 Uhr

Der Kreis Nordfriesland hat entschieden: Die Sylt-Kita hat als einzige Kita auf den Inseln den Zuschlag erhalten und wird Familienzentrum. Was sich hinter dem Begriff „Familienzentrum“ verbirgt, wollten gestern rund 40 Interessierte wissen. Es waren hauptsächlich Eltern und Erzieher, die sich in der Aula der Grundschule am Nordkamp einfanden, um über die Zukunft der Kita zu sprechen. Eingeladen hatten die Leiterinnen der Sylt-Kita Heinke Tadsen und Vera Hesse, die bei einem ersten Treffen das Konzept erklären und die Wünsche und Ideen der Beteiligten hören wollten. Moderiert wurde die Veranstaltung von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern aus dem Bereich Bildungs- und Erziehungskonzepte der Fachhochschule Erfurt, die eine langjährige Erfahrung in dieser Thematik aufweisen können.

„Die Situation der Familien hat sich in den letzten Jahren stark verändert“, erklärt Kita-Leiterin Heinke Tadsen, „es gibt keine Großfamilien mehr, viele Elternteile sind alleinerziehend und es gibt immer mehr Familien mit Migrationshintergrund auf der Insel, die Hilfe in ganz unterschiedlichen Bereichen benötigen – und diese Hilfe möchten wir als Familienzentrum anbieten.“ Ein Familienzentrum habe im Gegensatz zu einer Kita einen ganzheitlichen Ansatz und zeichne sich durch Beratung, Betreuung, Beziehung und Bildung, den sogenannten „vier B’s“ aus. „Eigentlich bieten wir das schon alles an, aber es kann noch optimiert werden“, sagen die Leiterinnen. „Die Eltern haben Vertrauen zur Kita und die Wege um sich Hilfe zu suchen, sei es bei Wohnungsproblemen, Sozialhilfeanträgen oder Problemen in der Erziehung, sind einfacher und unkomplizierter, da sie bereits in einem vertrauten Raum sind.“

Um herauszufinden, welche Bedürfnisse an ein Familienzentrum auf der Insel gestellt werden, haben Tadsen und Hesse das gestrige Treffen einberufen, denn kein Familienzentrum gleicht dem anderen: „Mit den Ideen, die heute eingebracht werden, werden wir das endgültige Konzept ausarbeiten und Ende Januar dann beim Kreis einreichen.“ Seit dem vergangenen Herbst war bekannt, dass sich Kitas aus Nordfriesland bewerben können: „In Nordfriesland gibt es fünf Sozialräume: Nord, Süd, Mitte, Husum und die Inseln. Die Sylt-Kita hat sich als einzige Einrichtung für die Inseln beworben und wir haben glücklicherweise den Zuschlag erhalten.“ Als Familienzentrum wird die Kita dann auch bezuschusst werden und es entstehe eine neue Halbtagsstelle.

Dass die Sylt-Kita den Schritt zum Familienzentrum geht, hat sie größtenteils ihren Leiterinnen zu verdanken: „Wir sind ein Team, das seit Jahren agiert und nicht reagiert“, erzählt Hesse. „Wir wollen am Puls des Geschehens sein und sind dabei sehr innovationsfreudig – daher hat uns das Konzept des Familienzentrums auch sehr angesprochen.“ Es sei schon eine Herausforderung, ein gut funktionierendes Familienzentrum zu werden, erklärt Hesse. „Es braucht Räumlichkeiten, genug Arbeitskräfte, und eine gute Vernetzung. Aber wir können das alles bieten und freuen uns auf die Zukunft.“

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