Überreste von „Xaver“ : Sylt: Keitumer haben 25.000 Sandsäcke abzugeben

Haben einen großen Sandsack-Vorrat: Die Nachbarn Raimund Hoeg, Manfred Hoeg, Ingrid Nielsen, Inge Hoeg, Teide Nielsen, Dirk Nielsen, Tjelle Nielsen und  Willi Borstelmann.
Haben einen großen Sandsack-Vorrat: Die Nachbarn Raimund Hoeg, Manfred Hoeg, Ingrid Nielsen, Inge Hoeg, Teide Nielsen, Dirk Nielsen, Tjelle Nielsen und Willi Borstelmann.

Sie hielten das Wasser beim Orkantief „Xaver“ davon ab, in die Gärten der Anwohner am Alten Kirchenweg zu laufen: Nun müssen die Sandsäcke in Keitum weggeräumt werden. Die Anwohner würden sich über Hilfe freuen.

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26. März 2014, 06:00 Uhr

Keitum | Als das Meer in der Nacht zum 6. Dezember vergangenen Jahres immer näher kam, waren die Anwohner des Alten Kirchenwegs in Keitum sehr glücklich, als die Feuerwehr anrückte, und die Wälle, die ihre Gärten und Häuser vor dem Wasser schützen sollten, mit Sandsäcken verstärkten. Mit wirklich vielen Sandsäcken. Grob geschätzt, sagen die Anwohner, gut 25.000 Stück.

Nun ist es bald vier Monate her, dass das Orkantief „Xaver“ Inselbewohner in Angst und Schrecken versetzte. In diesen vier Monaten haben die Bewohner des Alten Kirchenwegs 26 bis 32 viel geregelt: Bis zur nächsten Sturmsaison lassen sie ihre Privat-Deiche professionell verbessern. Finanzieren müssen sie dies wohl selbst, über 100.000 Euro schätzen sie die Kosten. Damit die kleinen Deiche erhöht und abgeflacht werden können, müssen aber erst einmal die ganzen Sandsäcke weg. „Der Bauhof hat netterweise gesagt, dass sie dort gelagert werden können“, erklärt Dirk Nielsen. Doch auf Paletten stapeln, so dass der Bauhof die schweren Teile abholen kann, das müssen die vier Familien selbst. „Wir machen das immer mal wieder zwischendurch“, so Nielsen. „Wir würden uns Hilfe wünschen – allein ist der Berg hier nicht zu bewältigen“, sagt Raymund Hoeg. Bisher schrumpft die Zahl der Sandsäcke nur langsam – auch deshalb, weil es gar nicht so einfach ist, an genügend Paletten zu bekommen: „Wir fragen überall an – bei Baumärkten oder der Gastronomie, ob sie Paletten übrig haben.“

Wenn die Sandsäcke irgendwann verschwunden sind, rücken die Baumaschinen an: Der Watt-Wanderweg hinter den Privat-Deichen würde auf Kosten der Gemeinde Keitum neu gemacht und erhöht. Der neue, gemeinsame Privat-Deich, der die selbst gebauten Wälle um die teils unter Denkmalschutz stehenden Friesenhäuser ablösen soll, wird nicht von der Gemeinde finanziert – nach offiziellen Plänen ist hier kein Deich vorgesehen. So ganz nachvollziehen kann Ingrid Nielsen das nicht – schließlich staue sich das Wasser wie im vergangenen Dezember ja auch wegen des Hindenburgdamms so bedrohlich vor ihrem Garten. Und die Häuser seien teilweise schon da gewesen, als der Damm noch gar nicht gebaut war.

Unterstützung erhalten die Keitumer von der Gemeinde allerdings über den Landschaftszweckverband, der sich für die Einwohner bei den verschiedenen Behörden dafür eingesetzt hat, dass der Privat-Deich gebaut werden darf. Der soll dann dafür sorgen, dass bei der nächsten Sturmflut die Anwohner des Alten Kirchenwegs trocken in ihren Häusern sitzen können – und dass die Feuerwehr nächstes mal keine 25.000 Sandsäcke anschleppen muss.

Wer Zeit und Lust hat, beim Sandsäcke-Schleppen zu helfen – Raymund Hoeg und seine Nachbarn freuen sich über Hilfe (Tel. 04651/ 8363490)

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