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Sylter Haushaltsplan 2018 : Sylt kann aus dem Vollen schöpfen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Finanzausschuss der Gemeinde Sylt wurde der Haushaltsplan für 2018 einstimmig verabschiedet.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 05:20 Uhr

Lange war die Stimmung im Finanzausschuss der Gemeinde Sylt beim Blick auf den Haushaltsplan für ein kommendes Jahr nicht mehr so optimistisch wie jetzt: Von einer „positiven Entwicklung“, der „Verbesserung der Einnahmen“ und einem „erfreulich hohen Niveau“ war unter anderem die Rede, als Harro Johannsen, der Leiter des Amtes für Finanzen und Liegenschaften, den Haushaltsplan für das Jahr 2018 vorstellte. „Wir sind auf einem sehr guten Weg – und wir hatten durchaus schon andere Situationen“, bemerkte er einleitend.

Insgesamt habe der Haushalt ein Volumen von mehr als 72 Millionen Euro, so Johannsen. Größte Einnahmequelle sei die Gewerbesteuer: Die größte Inselgemeinde könne im kommenden Jahr mit einer Summe in Höhe von 16 Millionen Euro rechnen (Vorjahr 14,5 Millionen Euro). „Das ist natürlich eine Hausnummer, die für die Gemeinde von großer Bedeutung ist und auch die wirtschaftliche Entwicklung der Insel widerspiegelt“, sagte der Kämmerer. Auch der Ausschussvorsitzende Wolfgang Jensen (CDU) betonte: „Wir haben eine gute Zeit, unsere Sylter Unternehmen sind gut aufgestellt und die Tourismuswirtschaft läuft.“ Das habe auch große Auswirkungen auf die Gewerbesteuer-Erträge, die innerhalb von acht Jahren um über fünf Millionen Euro gestiegen seien, so Jensen. Aber auch die Einnahmen aus Umsatzsteuer und Einkommenssteuer würden steigen. „Insgesamt sind das schon gewaltige Brocken, durch die sich unsere Haushaltssituation entspannt“.

Neben den hohen Einnahmen würden auch die im Jahr 2016 beschlossenen Budgets für die einzelnen Ämter einen guten Einfluss auf den Haushalt nehmen. „Hier wurden alle Budgets eingehalten“, erklärte der Kämmerer, „das führt dazu, dass wir nicht mit unvorhergesehenen Ausgaben rechnen müssen und eine gewisse Planungssicherheit haben.“

Insgesamt könne man aufgrund der Gesamtsituation von einer guten Stimmung sprechen, dennoch „muss man immer im Blick haben, dass sich das schnell wieder ändern kann“, warnte Jensen. „Sobald sich die wirtschaftliche Lage verändert, wird sich das in den Folgejahren auch auf den Haushalt auswirken.“ Er rechne allerdings aufgrund der guten Buchungszahlen in der Tourismuswirtschaft damit, dass der Haushalt weiter von der Lage profitiert und „zumindest die kommenden ein bis zwei Jahre sehr gut werden.“

Ein Posten, der die Ausgaben im kommenden Jahr steigen lässt, ist die Schaffung weiterer Krippen- und Kindergartenplätze sowie umfangreiche Baumaßnahmen an den Kindertagesstätten. „Für die Kinder der Insel ist eine ganze Menge passiert und das macht sich natürlich auch bei den Kosten bemerkbar“, so Wolfgang Jensen. Die Personalkosten im Kita-Bereich würden im kommenden Jahr um etwa 450 000 Euro steigen. Und auch diese Summe wäre noch nicht ausreichend, betonte Jensen. Dennoch seien diese Ausgaben selbstverständlich: „Eltern haben den Anspruch auf einen Kita-Platz und wir wünschen uns auf der Insel natürlich auch mehr Kinder. Daher ist das ein wichtiger Bereich, in den investiert werden muss – auch wenn die Personalkosten explodieren.“ Der Ausschussvorsitzende würde sich wünschen, dass die Familienpolitik von Land und Bund die Kommunen gerade hier mehr stärken und unterstützen würden.

Finanzierungsprobleme würde die Gemeinde durch diese Mehrausgaben allerdings nicht bekommen. „Letztlich decken alle Einnahmen die Ausgaben, sodass keine Entnahmen aus der Rücklage erfolgen müssen“, erklärte Kämmerer Johannsen. Lediglich für die Planungs- und Baukosten des neuen Verwaltungsgebäude sollen Entnahmen aus der dafür vorgesehenen Rücklage in Höhe von 960 000 Euro eingeplant werden.

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