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Orkan „Xaver“ : Sylt kämpft mit großen Sandverlusten

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nur teure Vorspülungen können die Insel Sylt vor weiteren schweren Schäden retten. Nicht nur Spaziergänger sind entsetzt beim Anblick der Sandverluste, die die Hörnum Odde durch Orkantief „Xaver“ erlitten hat. Kommunalpolitiker fordern Hilfe vom Land.

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erstellt am 09.Dez.2013 | 20:04 Uhr

Hörnum | Die drei aufeinander folgenden Sturmfluten, die Ende letzter Woche an der Nordseeküste tobten, haben die Insel Sylt hart getroffen. Auf „Hunderttausende von Kubikmetern“ schätzt Küstenschutz-Direktor Johannes Oelerich die Sandmenge, die sich die Fluten von den Stränden und Dünen geholt haben. Genau wisse man es aber erst, wenn die Sylter Küste nach dem Winter neu vermessen werde. Zumal sich bis dahin erfahrungsgemäß ein Großteil des scheinbar verlorenen Sandes wieder am Strand ablagern werde.

Obwohl sich die Fluten innerhalb von nur 24 Stunden womöglich fast so viel Sand geholt haben, wie im Laufe eines Jahres neu aufgespült wird, hält Oelerich die jährlich knapp sechs Millionen Euro für den Schutz der Sylter Westküste keineswegs für fehlinvestiert. „Das durch die Aufspülungen entstandene Sanddepot hat dafür gesorgt, dass es zwar auf 25 der 36 Küstenkilometer Sandverluste gibt, aber nur sechs Prozent davon an den eigentlichen Dünen und Kliffs.“

Seit 1972 haben Land und Bund (zahlt 70 Prozent) über 170 Millionen Euro für das regelmäßige Aufspülen frischen Meersandes ausgegeben. Ziel ist es, den auch ohne Sturmfluten kontinuierlichen Verlust von rund einer Million Kubikmeter Sand pro Jahr auszugleichen. Bislang mit Erfolg: Durch insgesamt 43 Millionen Kubikmeter Sand hat Sylt seit über 20 Jahren nichts mehr von seiner Substanz verloren – mit Ausnahme der beiden Inselenden. Welchen Schaden Orkan „Xaver“ ohne das schützende Sandpolster womöglich überall angerichtet hätte, kann man seit dem Wochenende an Sylts schrumpfender Südspitze, der Hörnum Odde, sehen. Bis zu 20 Meter betragen hier die jüngsten Dünenabbrüche. Zum Leidwesen der Hörnumer, die den Verzicht des Landes auf Schutzmaßnahmen für die unbesiedelte Südspitze kritisieren, weil mittlerweile auch der Ort selbst bedroht sei. „Wir sind richtig stinkig, dass sich hier einfach nichts tut“, erklärt Bürgermeister Rolf Speth und fordert vom Land „Sofortmaßnahmen“ im Süden Hörnums.

Auf Helgoland hat der Orkan die der Insel vorgelagerte Düne stark beschädigt. Eine erste Bilanz sei „erschütternd“, sagte Helgolands Tourismusdirektor Klaus – auch hier wurden gewaltige Sandmassen weggespült. Föhr muss sich auf eine Sandvorspülung im kommenden Jahr einstellen: Das Sanddepot an der Südküste ist aufgezehrt. Auf Amrum gab es einen Dünen-Abbruch an der Nordspitze. 

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