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„Sylt ist ein perfekter Literaturort“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Interview spricht der Schriftsteller und Journalist Thomas Pletzinger über die neue Lesereihe im Hotel A-Rosa und warum Literatur zu Sylt passt

Das A-Rosa Sylt nimmt eine Reihe von Autorenlesungen ins Programm. Gestern startete die Serie mit Bachmann-Preisträger Tilman Rammstedt. Thomas Pletzinger moderiert die sieben Literaturwochenenden.

Thomas Pletzinger ist zu Gast auf Sylt? Gab´s das schon mal?
Ja, natürlich. Seit Kindertagen bin ich ständig an der Nordsee gewesen, und in den letzten Jahren war ich immer mal wieder auf der Insel - mir gefällt es wirklich gut.


Wie kam die Kooperation für die Lesereihe im A-ROSA zustande?
Der Direktor des A-ROSA, Gordon Debus, und ich kennen uns, seit wir zehn, zwölf Jahre alt waren. Wir haben damals zusammen Basketball gespielt. Er wurde dann Hotelier und ich Schriftsteller, was eigentlich verschiedene Welten sind. Allerdings sind wir all die Jahre in Kontakt geblieben, waren sogar mal Mitbewohner in New York. Wir wollten immer etwas zusammen machen – und diese Lesereihe ist perfekt, um diese Welten zusammenzuführen.


Haben Sie die lesenden Schriftsteller mit ausgewählt? Wenn ja, nach welchen Kriterien?
Die Autorinnen und Autoren haben wir gemeinsam ausgesucht. Das Großartige an einem Hotel ist ja, dass es ein Zwischenort ist, an dem sich unterschiedlichste Menschen begegnen. Es kommt nicht nur das übliche Literaturpublikum, sondern interessante und interessierte Leute aus ganz verschiedenen Bereichen: Handlungsreisende, Kulinariker, Feriengäste, Wattwanderer, Langzeitgäste. Und hoffentlich literaturinteressierte Sylter und andere Inselbesucher. Bei der Autorenauswahl haben wir uns daran orientiert. Wir haben versucht, ein unterhaltsames und gleichzeitig anspruchsvolles Programm für alle zu gestalten. Es gibt Spannung, Humor und Drama - von großartigen Autoren.


Was erwartet die Besucher?
Am Freitagabend präsentieren die Autoren ihre aktuellen Bücher, am Sonntagmorgen berichten sie von ihrer Arbeit und lesen aus dem Manuskript, an dem sie gerade schreiben. An beiden Tagen geht es auch darum, ganz ungezwungen über Literatur ins Gespräch zu kommen – das Publikum soll Fragen stellen und Antworten bekommen. Die Reihe beginnt mit dem grandios komischen und gleichzeitig sehr melancholischen Bachmann-Preisträger Tilman Rammstedt. Im Juni kommt der fantastische Krimiautor Volker Kutscher, im August Vea Kaiser. Der Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse, Saša Staniši, ist im September im A-ROSA, danach liest der großartige Jan Brandt. Im November kommen die Bestsellerautorin Monika Peetz und ihre „Dienstagsfrauen“.


Ist Sylt auf dem Radar der Literaturszene sichtbar?
Sylt ist ein perfekter Literaturort. Zum Lesen natürlich, aber vor allem auch zum Schreiben. Die Autoren, die in den letzten Jahren in der Syltquelle gewohnt und geschrieben haben, sind immer interessante und wichtige Autoren gewesen. Es ist da nur passend, dass der diesjährige Inselschreiber Jan Brandt im Oktober mit seinem großen Norddeutschlandroman „Gegen die Welt“ ebenfalls im A-ROSA zu Gast sein wird.

Warum passen Sylt und Literatur gut zusammen?
Sylt ist wild und ungestüm und trägt gleichzeitig eine große Ruhe in sich. Es kommt mir so vor, als wäre es ein idealer Ort, um frei und wild zu denken und sich dann hinzusetzen und zu schreiben. Zumindest stelle ich es mir so vor, auf der Insel zu wohnen und zu arbeiten.

Wie könnte der erste Satz eines auf Sylt entstandenen Pletzinger-Romans lauten?
Sie werden es nicht glauben, aber den provisorischen ersten Satz meines nächsten Romans habe ich auf Sylt geschrieben, tatsächlich in List. Allerdings spielt er am ganz anderen Ende Europas: „Im ewigen Sommer des Jahres 1909 steht mein Vater auf den Katzenkopfsteinen des Weilers Rhuzin, in der linken Hand zwei flatternde Hühner, in der rechten eine Flasche Kartoffelbrand.“

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erstellt am 08.Mai.2014 | 18:44 Uhr

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