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Nach Christian und Xaver : Sylt ist bereit für die Sturmsaison

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Jahr nach Orkan Christian sieht sich die Insel für die Sturmsaison gut aufgestellt.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 05:11 Uhr

Es ist bald ein Jahr her, dass Orkantief Christian mit 184 Kilomter pro Stunde über Sylt hinweg tobte. Etwa 30 Verletzte, abgedeckte Häuser und zahlreiche abgeknickte Bäume ließ der Sturm zurück. Die Schäden hielten die Mitarbeiter des Bauhofs lange auf Trab, bis in den April hinein war Nils Paulsen, Vorarbeiter beim Bauhof und zuständig für die hiesigen Grünanlagen, mit seinen Kollegen in den Wäldern unterwegs, um die Gefahrenquellen zu beseitigen. „Zum Teil waren wir mit 20 Mann im Wald“, so Nils Paulsen. Mittlerweile sind fast alle Spuren des Orkans beseitigt, auch wenn noch jede Menge Holz im Wald liegt. Interessenten dafür können sich nach wie vor beim Bauhof melden.

Zumal noch weitere Bäume gefällt werden müssen. „An der Ostseite des Munkmarschwäldchens müssen wir Bäume wegnehmen, die zwar noch stehen, im nächsten Sturm aber mit ziemlicher Sicherheit abknicken werden“, erklärt Nils Paulsen. Und der nächste Herbststurm wird mit Sicherheit kommen. Schon in den vergangenen Tagen gab es ordentlich Wind auf Sylt. Der Deutsche Wetterdienst hatte eine amtliche Warnung vor Windböen für den Kreis Nordfriesland an der Küste herausgegeben.

Auf Sylt hat man aus den Erfahrungen mit den Orkanen Christian und Xaver gelernt. Gabriele Gotthardt, Leiterin der Ordnungsamtes, sieht Sylt gut vorbereitet auf die neue Sturmsaison. „Es gibt ein insulares Gremium für solche Naturereignisse. Sobald sich eine Gefahr andeutet, beginnt die Stabsarbeit im Katastrophenschutz.“ Auch im vergangenen Jahr habe es dieses Gremium schon gegeben, aber die Arbeit werde routinierter. Hinzu kommt der Gefahrenabwehrplan: „Das wenige Personal ist der Dreh- und Angelpunkt, daher arbeiten wir an einem Konzept zur Einbeziehung der Bevölkerung“, so Gabriele Gotthardt. Die Maschinen, das Material, die Sandsäcke – all das sei kein Problem. „Wir haben hier bei uns in Westerland allein über 5000 Sandsäcke gelagert, in Hörnum lagen vergangenes Jahr mehr als 3000, so konnten sie auch in Keitum genutzt werden.“ Beim Katastrophenschutz arbeiten alle zusammen: Verwaltung, DRK und Feuerwehr.

„Wir können uns letztlich nicht mehr auf die Herbststürme vorbereiten, als bereit zu sein“, erklärt Inselwehrführer Hauke Block. Am 1. November soll es einen Katastrophenschutztag geben, an dem die Bürger informiert werden. „Wir wollen sie so weit bringen, dass sie mithelfen können“, sagt Block. Die Stürme, insbesondere das Orkantief Xaver, gingen an die Belastungsgrenzen der Einsatzkräfte.

Gabriele Gotthardt lobt die Professionalität der Einsatzkräfte im vergangenen Jahr. Ihr ist es ein besonderes Anliegen, die Bevölkerung zu sensibilisieren. „Bei Christian sind viele Leute noch rausgegangen, um Fotos zu machen oder herumzulaufen. Das ist auch ein Grund dafür, warum es so viele Verletzte gab“, erklärt Gabriele Gotthardt. Bei Xaver sei das schon besser gelaufen, die Leute waren vorsichtiger. Sie appelliert an die Bevölkerung, Sturmwarnungen ernst zu nehmen und so auch für die eigene Sicherheit zu sorgen.

 

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