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Serie "Zurückgeblättert" : Sylt im Jahr 1977

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In unserer Serie „Zurückgeblättert“ geht es heute um einen tödlichen Unfall auf dem Fliegerhorst und eine im Watt steckengebliebene Urlauberin.

Die Insel hat viel erlebt und zu erzählen: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von gesichteten Zeitungsbänden des Sylter Archivs die jüngere Vergangenheit des Eilands wieder lebendig werden.

Sylt im Juni 1977. Die Keitumer Kirche wurde zur Baustelle: 100  000 Mark waren für die Sanierung des Kirchturms vorgesehen, weitere 75  000 Mark für die Restaurierung des Altars. Die letzten Arbeiten am Kirchturm lagen 24 Jahre zurück; dass eine neuerliche Sanierung dringend nötig wurde, bewies sich darin, dass mehrfach Steine aus dem Mauerwerk gebrochen waren, so dass der Bereich um den Turm aus Sicherheitsgründen abgesperrt werden musste.

Dem jüngsten Mitglied der Jugendmannschaft des Lister Yachtclubs, dem zehnjährigen Stefan Walter, oblag es, ein neues Boot auf den Namen „Popeye“ zu taufen. Zuvor hatte die fast 30 Mitglieder zählende Jugendabteilung den ramponierten, ursprünglich aus Kiel stammenden Kutter in Eigenarbeit restauriert. Nach der Bootstaufe unternahm der Nachwuchs gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Wolfgang Kindt und Jugendwart Werner Brix die erste Ausfahrt.

Ein zusätzliches Amt übernahm Keitums Wehrführer Boy Lornsen: Er wurde von Amtsvorsteher Dr. Claus Andersen als neuer Amtswehrführer vereidigt. Das Amt des Stellvertreters übernahm John-Max Lorenzen. Auch in der Tinnumer Feuerwehr wurde ein wichtiger Posten vergeben: Auf Wehrführer Peter Jan Peters folgte Jonny Andersen. Zu dessen Stellvertreter wählte die Versammlung Bernhard Lorenzen.

Neuer Blickfang in den Kurverwaltung Wenningstedt: Die Hamburgerin Irene Bohnstedt hatte während ihrer regelmäßigen Sylt-Urlaube am Strand zahlreiche Versteinerungen gefunden, die sie Kurdirektor Heinz Koppelt überreichte. Dieser ließ Glasvitrinen bauen, in denen die Fossilien nun öffentlich ausgestellt wurden. Eine weitere Vitrine wurde von dem Wenningstedter Fossiliensammler Harry Knudsen bestückt.

Früh aufstehen hieß es für die Sylter Petrijünger: Bereits um 4 Uhr warfen 146 Mitglieder des ASV Keitum am Sielzug die Ruten aus. Die Ausbeute hielt sich mit 43 Kilogramm in Grenzen; erfolgreichster Angler wurde Frank Uhlmann.

Nachdem drei Monate zuvor ein Brandstifter den Rantumer Kiosk „Sansibar“ angezündet hatte, eröffneten Gerda und Alfred Ludwigsen die „Sansibar“ nun als vergrößertes Strandlokal, das fortan durch seine idyllische Lage und leichte Hausmannskost Besucher lockte.

Versackt: Eine Urlauberin rutschte im Wattenmeer vor Keitum bis zur Hüfte in den Schlick. Andere Spaziergänger kamen zur Hilfe und konnten die Frau mittels eines Seils aus ihrer misslichen Lage befreien.

Tragischer Unfall auf dem Fliegerhorst: Beim Verlassen einer aus Kiel ankommenden Kuriermaschine wurde ein auf Sylt stationierter Offizier durch den auslaufenden Propeller getroffen. Der 41-jährige Kapitänleutnant, der als Pilot eines SAR-Rettungshubschraubers schon viele Menschen aus Seenot gerettet hatte, verstarb an seinen Verletzungen. Er hinterließ eine Frau und zwei Kinder.

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