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Serie "Zurückgeblättert" : Sylt im April 1984: Schwestern, Sport und „Sluderkram“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Serie „Zurückgeblättert“ geht es heute um traurige Schwestern, neue Kirchenglocken und einem Wachwechsel.

Wie Sylt wurde, was es ist: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von gesichteten Zeitungsbänden des Sylter Archivs die jüngere Vergangenheit der Insel wieder lebendig werden.

Sylt im April 1984. Bis zur nächsten Kommunalwahl gehen zwar noch zwei Jahre ins Land, aber die CDU Sylt-Ost bekennt schon jetzt Farbe: Heinz Maurus ist ihr Kandidat für das Amt des Bürgermeisters. Einstimmig votierten Vorstand, Fraktion und die Mitgliederversammlung für Maurus als künftigen Nachfolger von Amtsinhaber Helmut Egel.

Eine Hälfte des populären Gesangsquartetts „Jacob Sisters“, das zumeist mit Pudeln zu sehen war, weilt auf Sylt. Der Anlass indes ist unerfreulich: Der Ex-Mann von Eva Rüther war auf der Insel verstorben. Mit einer Privatmaschine reiste sie mit ihrer Tochter sowie Schwester Hannelore nach Westerland, wo Pfarrer Hubert Hellmann in der evangelischen Dorfkirche St. Niels eine katholische Trauermesse zelebrierte.

In Westerland läuten am helllichten Tag alle Kirchenglocken – und begrüßten so eine Schwester: Die neue Glocke für die Rantumer Kirche St. Peter. 672 Kilo schwer und einen Meter im Durchmesser, ist sie mit der Gravur „Die Wasserwogen sind groß und mächtig. Der Herr aber ist noch größer in der Höhe“ versehen.

Ihren festen Platz wird die neue Glocke jedoch erst im Spätsommer 1984 erhalten, wenn der – von einem Förderkreis finanzierte – hölzerne Glockenstapel neben dem Gotteshaus aufgestellt ist.

„Der Käpt'n geht“ schreibt die „Sylter Rundschau“ und meint damit Karl Buchloh, der nach 35 Jahren im Vorstand des TSV Westerland das Amt des Vorsitzenden niederlegt. Auf den 73-Jährigen, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wird, folgt Peter Schnittgard, der einstimmig gewählt wird – ebenso wie der neue Jugendwart Gerd Rübsam.

Als „Sportler des Jahres“ wird bei der Hauptversammlung des TSV Westerland Heiko Werner von der Badminton-Sparte ausgezeichnet und das Handball-Frauenteam zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt.

Etwas länger zieht sich die Versammlung eines anderen Sylter Sportvereins hin: Dreieinhalb Stunden dauert die Sitzung des TSV Morsum, in deren Verlauf Wolfgang Bürger Nachfolger des Vorsitzenden Walter Glindmeier wird. Er tritt ein schweres Erbe an, denn neben vielen anstehenden Aufgaben wie etwa dem dringend erwünschten Neubau der Turnhalle müssen auch die Finanzen geordnet werden, nachdem „die im Vorjahr gewählte Kassenwartin geflüchtet ist und ein Chaos hinterlassen hat“, wie die Zeitung vermerkt.

Fest gefahren: An der Sylter Küste strandet ein Kutter aus Husum. Die Besatzung kommt nicht zu Schaden, der Kutter wird vom Seenotrettungskreuzer ins offene Wasser geschleppt. Der drohende Austritt von Öl kann verhindert werden.

Etwa 300 vorwiegend junge Menschen beteiligen sich am „Ostermarsch“ durch die Westerländer Innenstadt. Auf Transparenten fordern sie unter anderem „Schluss mit dem Wettrüsten“. Die friedliche Demo endet mit einer Ansprache am Wilhelminen-Brunnen.

Die Wasserballer des TV Keitum spielen in Kiel gegen Ahrensburg, Kronshagen und Uetersen und können alle drei Partien für sich entscheiden. Unschöner Beigeschmack: Fast hätte der Schiedsrichter die Partie gegen Ahrensburg wegen „brutaler Härte“ abgebrochen.

Die plattdeutsche Theatergruppe „Westerländer Speeldeel“ präsentiert bei einem Auftritt in Westerland ihr neues Stück „Sluderkram in't Treppenhaus“. 17 weitere Auftritte sind für die Saison 1984 geplant.





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