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Inselschreiberin 2015 : „Sylt hat für mich etwas Offenes“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Britta Boerdner hat es geschafft: Sie ist die Inselschreiberin 2015. Die Frankfurter Autorin freut sich auf Freiraum und interessante Begegnungen.

Die Sehnsucht, die sei eines ihrer Themen, sagt Britta Boerdner, diese Sehnsucht, die manchmal zu einem Aufbruch in ein anderes Leben führt. Wer ihren Gewinnertext für den Sylter Inselschreiber-Wettbewerb in der Hand hält, liest diese Themen zwischen den Zeilen heraus – die 51-jährige Autorin beschreibt in einer gleichsam bildhaften und nüchternen Sprache die Eindrücke eines amerikanischen Musikers in den 60er Jahren, der in Deutschland eine Auszeit nimmt.

„So leicht wie präzise gelingt es ihr, größere Perspektiven auf kleinem Raum zusammenzubringen“, lobte die Jury Boerdners Text – als Inselschreiberin hat die Frankfurterin nun die Möglichkeit, im kommenden Jahr acht Wochen in Rantum zu leben und an ihrem zweiten Roman zu arbeiten. „Ich freue mich wahnsinnig über diese Chance“, sagt Boerdner, „weil dies mir Raum zum Schreiben schafft und weil der doch recht bekannte Preis der Stiftung Kunstraum Sylt Autoren eine gute Plattform bietet.“ Nachdem 2012 ihr Debüt-Roman „Was verborgen bleibt“ veröffentlicht wurde, hofft die schriftstellerische Spätzünderin, wie sie selbst sagt, nun auf den nächsten Schritt Richtung literarischem Erfolg.

Aufbrüche, zumindest in neue Lebensabschnitte, die hat Britta Boerdner selbst schon gewagt: Als gelernte Buchhändlerin begann sie Ende Zwanzig Amerikanistik zu studieren, um nach dem Abschluss ihres literaturwissenschaftlichen Studiums in die analytisch-nüchterne Welt der Deutschen Börse zu wechseln. Dort schrieb sie Texte zu Software, später war sie dort als Marketingleiterin angestellt. Neben dieser „systematischen, organisierten Arbeit“ habe sie allerdings immer literarisch geschrieben, sagt Boerdner, seit 2007 macht sie dies hauptberuflich. Freiberufliche Marketingaufträge helfen dabei, diese Lebensentscheidung auch finanziell stemmen zu können.

Ein Thema, das in Broeders Werken immer wieder eine Rolle spielt, sind die USA, deren Schriftstellern wie James Salter, Richard Ford oder Paul Auster sie sich näher fühlt als der deutschen Literaturszene. „Aber auch das großstädtische Leben dort begeistert mich, ich fand die USA über viele Jahre faszinierender als Europa – auch wenn einige der Klischees über die USA doch stimmen.“ Apropos Klischees – welche fallen der Frankfurterin zu Sylt ein? „Diese Fotos der 50er, 60er und 70er Jahre, dieses Saus und Braus. Diese Vorstellungen finde ich aber gar nicht unangenehm: Sylt hat dadurch für mich etwas Weltläufiges, Offenes. Ich hoffe, Spuren davon zu entdecken wenn ich komme.“ Und auch wenn sie „keine Partymaus“ sei, ist sie sehr gespannt auf die Insulaner und erhofft sich von Sylt inspirierende Begegnungen auf der Insel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 24.Mai.2014 | 05:29 Uhr

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