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Flughafen Westerland : Sylt: Fluggast-Abgabe vorerst ausgebremst

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Die Gemeindevertretung Sylt verschiebt die Entscheidung über den "5-Euro-Beschluss" auf Ende 2013. Im Raum steht, dass Passagiere für den Flughafen eine Abgabe zahlen sollen.

Westerland | Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben - so lässt sich die Entscheidung der Gemeindevertretung Sylt zur lang diskutierten Fluggast-Abgabe zusammenfassen.
Im Februar hatte das Gremium einen Antrag der Grünen beschlossen, nach dem eine zusätzliche Fluggast-Abgabe von fünf Euro pro Passagier und Flug zu erheben sei, wenn die Flughafen Sylt GmbH keine Alternativen entwickelt, um das Flughafen-Defizit von 860.000 Euro auszugleichen. Vor der Fluggast-Abgabe hatten unter anderem Flughafen-Geschäftsführer Peter Douven, Fluggesellschaften und die Sylter Unternehmer massiv gewarnt - sie befürchteten, dass dadurch im schlimmsten Falle Fluglinien nach Sylt gestrichen werden.

"Es läuft hier auf der Insel nicht von alleine"

Douven fasste seine Bedenken auch in der Sitzung der Gemeindevertretung noch einmal zusammen: Unter anderem wies er auf die "nicht zu knappen" Rückgänge der Gästezahlen 2012 und im ersten Halbjahr 2013 hin: "Es zeigt sich, dass es hier auf der Insel nicht von alleine läuft. Wir müssen den Tourismus stabilisieren." Douven betonte außerdem, dass seine Versuche, Bund, Kreis oder die Industrie- und Handelskammer an den Kosten für den Flughafen zu beteiligen, nicht von Erfolg gekrönt waren. Stattdessen müssten die anderen Inselgemeinden stärker an der Finanzierung beteiligt werden, wolle man das Defizit ohne Fluggast-Abgabe ausgleichen. Zudem präsentierte er einen Maßnahmenkatalog, wie das Defizit unter anderem durch Sponsoring, steuerliche Optimierungen oder einer Lounge ausgeglichen werden könnte.
Diese Vorschläge wurden von den Mitgliedern der Gemeindevertretung wohlwollend zur Kenntnis genommen. Nach einigen Diskussionen beschlossen sie, dass die Umsetzung des "5-Euro-Beschlusses" vom Februar bis Ende dieses Jahres zurückgestellt werden soll. Bis dahin soll eine Verhandlungsgruppe - bestehend aus Douven, Bürgermeisterin Petra Reiber, Bürgervorsteher Peter Schnittgard und den Fraktionsvorsitzenden - Gespräche mit den Nachbargemeinden führen. Nach Vorstellung der Gemeindevertretung soll die Anteilsfinanzierung des Flughafens nach der Höhe Übernachtungszahlen einer Gemeinde erfolgen.

Weitere Anträge abgelehnt oder zurückgezogen

Weitere Anträge in Sachen Flughafen wurden von der Gemeindevertretung abgelehnt oder von den Antragstellern zurückgezogen: Christian Thiessen (Piraten) ließ darüber abstimmen, ob Bürgermeisterin und Flughafen GmbH den Kreis Nordfriesland und den Bund zur Flughafenfinanzierung bringen sollen. Außerdem wurde sein Vorschlag abgelehnt, eine Bürgerbefragung zum Thema Flughafen durchzuführen.
Klaus Jensen (SSW) zog nach längeren Debatten seinen Antrag zurück, nach dem Peter Douven Fluglinien nur dann Rabatte erteilen dürfte, wenn dies im Einzelfall mit den Gesellschaftern des Flughafens abgestimmt sei.

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erstellt am 19.Aug.2013 | 08:05 Uhr

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