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Geburtshilfestation geschlossen : Sylt entscheidet über Zuschuss für Hebammen-Rufbereitschaft

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Nachdem die Geburtsstation geschlossen wurde, kommen kaum noch Kinder auf Sylt zur Welt. Schwangere müssen aufs Festland fahren. Eine Rufbereitschaft für Hebammen soll das ändern.

Sylt | Die Gemeindevertretung Sylt entscheidet am Donnerstag (19 Uhr) über die Finanzierung einer Rufbereitschaft der Hebammen. Dem Zuschuss in Höhe von knapp 35.000 Euro hatte zuvor bereits der Sozial- und Gesundheitsausschuss zugestimmt. Die Summe soll den Zeitraum von Oktober 2015 bis Ende 2016 abdecken. Den Hebammen liege bereits ein Angebot vor, hatte der Kreis Nordfriesland Anfang August angegeben. Zu dem Zeitpunkt hatte sich demnach eine Hebamme bereiterklärt.

Etwa 15 bis 20 Prozent der Hebammen in Deutschland haben laut Spiegel Online ihre Arbeit als Geburtshelfer aufgegeben, denn die Haftpflichtsumme wurde vor vier Jahren massiv erhöht auf 3700 Euro pro Jahr. Seit 2012 kostet sie 4242 Euro. Sie könnte noch weiter auf mehr als 6000 Euro steigen. Bei der Haftung geht es vor allem um Fehler, die während der Geburt geschehen.  Vor allem freie Hebammen, die nur wenige Geburten pro Jahr betreuen, können die Versicherung kaum stemmen. Seit 1. Juli erhalten diese Hebammen laut Gesundheitsministerium einen „Sicherstellungszuschlag".

Hintergrund ist die von vielen Eltern kritisierte Situation für werdende Mütter auf Sylt seit Schließung der einzigen Geburtshilfestation an der Nordseeklinik zur Jahreswende 2013/14. Die Schwangeren müssen aufs Festland fahren und ihre Kinder dort in einem Krankenhaus zur Welt bringen.

Von Januar 2014 bis Januar 2015 wurden gerade noch elf Kinder auf der Insel selbst geboren. Zuvor waren es pro Jahr etwa 80 bis 100 Geburten. „Das hat eine fatale Wirkung hier auf Sylt. Das ist eigentlich der Anfang vom Untergang“, hatte die frühere Sylter Bürgermeisterin Petra Reiber (parteilos) damals die Schließung der Station kommentiert. Zahlreiche Initiativen für eine Wiederinbetriebnahme scheiterten. Gerade musste Sylt für zehn Tage ohne Hebamme auskommen - zwei waren im Urlaub, die dritte erkrankt.

+++EILMELDUNG+++Soeben erreichte uns die Bestätigung für eine Meldung auf NDR Info heute Abend.Vom 8. bis zum 18....

Posted by Rettet unsere Hebammen on  Freitag, 31. Juli 2015

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erstellt am 20.Aug.2015 | 07:51 Uhr

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