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"Sylt - ein Irrtum Gottes": Ein Glück wird viel gesungen

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Sylt | Die Idee für das Stück ist ja eigentlich gut: Weil die Landesregierung in Kiel kein Geld für Sandvorspülungen mehr springen lassen will, wollen eine Truppe zorniger Sylter ihre Insel zum Freistaat erklären. Dietmar Loefflers Liederabend "Sylt - ein Irrtum Gottes?", der gestern im Alten Kursaal als Gastspiel über die Bühne ging, hatte im vergangenen Jahr in den Hamburger Kammerspielen Premiere gefeiert.

Leider, und das ist wirklich schade, wird die gute Idee in der Handlung des Stückes nicht wirklich ausgearbeitet. So verläuft der Abend etwas flach, holzschnittartige Protagonisten wie die sensationslüsterne Reporterin, der schwule Barmann oder die überdrehte Insel-Aktivistin verständigen sich größtenteils kreischend über die Inselrettung. Auch deshalb, weil dann nicht mehr gesprochen wird, ist es wirklich schön, dass ein Großteil der Bühnenzeit mit Gesang gefüllt ist. Denn darin überzeugte das Ensemble, das bei seinem Gastspiel auf der Insel teils in der B-Besetzung auf der Bühne stand. Umgedichtete Stücke wie "Darum fahrn Sie nicht nach Amrum" ("Schuld war nur der Bossa Nova") brachte den geschätzt halb gefüllten Kursaal zum klatschen und schunkeln. Neben bekannten Songs und Schlagern hat Loeffler auch bekannt-klassisches wie die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte in seinen Liederabend gestrickt, auch das gesanglich beeindruckend interpretiert von Hauptdarstellerin Christin Marquitan. Fazit: Nicht ganz schlecht, aber ein Sylt-Musical für die Ewigkeit muss noch geschrieben werden.

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erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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