Insel-Entdeckungen : „Sylt besteht nur aus Lieblingsorten“

Das Schiffswrack Mariann.
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Das Schiffswrack Mariann.

In ihrem Entdeckungsführer beschreibt Sina Beerwald 111 faszinierende Orte abseits der Touristenpfade. Ihre Geschichten überraschen auch Insel-Kenner.

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26. Januar 2015, 18:19 Uhr

In Archiven hat sie geforscht und Insulaner befragt – rund anderthalb Jahre lang. Nun ist Sina Beerwalds Buch mit dem Titel „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“ fertig. In ihrer Sammlung beschreibt sie mehr als 100 faszinierende Orte auf der „Insel der Reichen und Schönen“ abseits der bekannten Touristenpfade. Dazu erzählt die Insulanerin unterhaltsame Geschichten, die selbst Ortskundige überraschen werden.

Autorin Sina Beerwald am Strand von Westerland.
Foto: Albert
Autorin Sina Beerwald am Strand von Westerland.
 

Nachdem Beerwald bisher als Autorin von Kriminalromanen in Erscheinung getreten ist, hat sie mit dem Werk über Sylt ihr erstes Sachbuch veröffentlicht. Der Entdeckungsführer reicht weit über die unzähligen Sylt-Reiseführer, mit ihren häufig bekannten Hinweisen und Empfehlungen, hinaus.

„Es gibt auf der Insel viel zu entdecken. Aber ich glaube, ich habe viele unbekannte Orte entdeckt“, so die 38-Jährige. Einen wirklichen Lieblingsort habe sie nicht: „Die Insel besteht für mich nur aus Lieblingsorten.“ Ein ganz besonderer Ort sei allerdings der Lister Dünenfriedhof, der sei bisher kaum bekannt, da er so versteckt liege.

Der Dünenfriedhof in List.
Foto: PR-Fotografie Mühlacker
Der Dünenfriedhof in List.
 

Obwohl sie erst seit rund sieben Jahren auf der Insel lebt, kennt sie diese seit der Kindheit. „Sylt war für mich immer wie eine zweite Heimat – wie nach Hause zu kommen“, so die gebürtige Stuttgarterin. Mit zwei Koffern ist sie damals auf die Insel gekommen und lebt dort seither als freie Autorin. Nach anfänglichen Startproblemen sei sie jetzt voll und ganz auf der Insel angekommen.

Seit sie zehn Jahre alt ist, träumt Beerwald davon, Schriftstellerin zu werden. Zunächst aber gehorchte sie ihrem Vater, der ihr riet: „Kind, lern was Ordentliches“, erzählt die studierte Bibliothekarin rückblickend. Nach einigen Jahren als Leiterin einer wissenschaftlichen Bibliothek entschied sie sich jedoch für den Sprung ins kalte Wasser und reichte ihr erstes Manuskript bei einem Verlag ein – mit Erfolg.

Sechs Romane hat Beerwald bisher veröffentlicht. 2011 wurde sie Preisträgerin des NordMordAward, 2014 erhielt sie für ihren Sylt Krimi „Mordsmöwen“ den Samiel-Award, Mitte März erscheint ihr zweiter Sylt-Krimi „Möwenalarm“.

Angst vor missgünstigen Kommentaren der Ursylter habe sie nicht gehabt. „Ich war vielmehr gespannt auf die Reaktionen der Sylter“, sagt Beerwald. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen: selbst Menschen, die seit Jahrzehnten auf der Insel leben, kannten viele Orte nicht. Aber auch mit zahlreichen neuen Fotografien aus zum Teil anderen Blickwinkeln punktet das Buch. Die Tipps sind sowohl für Insulaner als auch für Sylt-Liebhaber ein Gewinn.

Die Kapitänsgräber in Keitum.
Foto: PR-Fotografie Mühlacker
Die Kapitänsgräber in Keitum.
 

Viele sind vom Sylt-Virus infiziert. Knapp eine Million Gäste kommen jährlich hierher, jeder hat schon einmal von Deutschlands beliebtester Urlaubsinsel gehört – doch wie gut kennen alle „ihre“ Insel wirklich? Sie ist ein Juwel, vielseitig, abwechslungsreich und überraschend. Abseits der bekannten touristischen Pfade und überlaufenen Gemeinplätze ist das nordfriesische Eiland besonders reizvoll. Sina Beerwald hat versteckte, geheimnisvolle und bewundernswerte Ecken und Plätze für ihr Buch zusammengetragen.

Die Vielfalt der Orte dürfte selbst Insider in Staunen versetzen. Die kulturell, historisch wie landschaftlich interessante Insel wartet immer wieder mit großen und kleinen Überraschungen auf und ist für Naturliebhaber, Kulturfreaks und Strandgänger gleichermaßen ein lohnenswertes Ziel. Mit unterhaltsamen Anekdoten, wissenswerten Hintergrundinformationen und atmosphärischen Fotos lädt das Buch dazu ein, Sylt auf neue Weise zu erkunden und an Stellen zu gelangen, die nicht jeder kennt. Ein Buch für Liebhaber wie für Touristen, die sich Zeit nehmen und nicht nur zum Flanieren und Shoppen anreisen.

Das Buch „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“ von Sina Beerwald ist ab 12. Februar im Handel erhältlich. Mit zahlreichen Fotografien, Broschur, Emons Verlag Köln, 2015, ISBN 978-3-95451-511-0, 240 Seiten, 14,95 Euro.

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