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Teures Tanken : Sylt ärgert sich über hohe Benzinpreise

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Überall in Deutschland sinken derzeit die Preise für Diesel und Super, aber nicht auf Sylt. Ist nur die mangelnde Konkurrenz Schuld daran?

Die Rohölpreise befinden sich im freien Fall, überall an den Tankstellen in Schleswig-Holstein, ja in ganz Deutschland sinken deshalb zur Zeit auch die Preise für Benzin und Diesel, die Sylter Rundschau berichtete ausführlich im Wirtschaftsteil. Fast überall – muss die Einschränkung jedoch lauten, denn auf der Insel ist davon bisher nichts zu merken: „Ich glaube, die wollen uns alle veräppeln“, regt sich Heiko Möller aus Tinnum auf. „Man fühlt sich als Insulaner ja regelrecht ausgenommen, wie eine Weihnachtgans.“ Durchaus verständlich bei aktuellen Inselpreisen von 1,49 Euro für Diesel, 1,63 Euro für E10 und satten 1,67 Euro für Super-Benzin.

Mit einer transportmäßig schwierigen und deshalb teuren Insellage alleine sind die hohen Sylter Preise sicher nicht zu erklären. Denn ein Blick nach Föhr zeigt, dass es auf der Nachbarinsel deutlich preiswerter geht: Diesel kostet aktuell lediglich 1,35 Euro und Super 1,55 Euro. Damit sind die Preise dort nicht weit entfernt von denen auf dem Festland, die zum Beispiel bei den Tankstellen in der Nähe der Autoverladung zwischen 1,30 Euro und 1,33 Euro für Diesel oder 1,50 Euro bis 1,52 Euro für Super-Benzin liegen.

Mit seiner Entrüstung über die hohen Inselspritpreise steht der Tinnumer Rentner Möller nicht alleine da. Im Gegenteil: Mitarbeiter der Sylter Tankstellen berichten auf Nachfrage immer wieder von Kunden – Einheimischen wie auch Urlaubern, die nicht nur in der Hochsaison fassungslos auf die Tankquittungen starren und ihren Unmut oft lautstark zum Ausdruck bringen. „Verständlich ist das schon, aber wir können da gar nichts machen“, sagt zum Beispiel eine Angestellte der Aral-Tankstelle an der Keitumer Landstraße. „Denn die Preise werden direkt von der Zentrale in unser System eingegeben.“

Auffällig ist allerdings, dass die Spritpreise der drei Tankstellen großer Konzerne auf Sylt – außer Aral sind das Esso und Shell – bis zur letzten Stelle hinter dem Komma exakt die Gleichen sind. Lediglich die Orlen-Tankstelle in List liegt bei allen Kraftstoffarten regelmäßig einige Cent darunter. Auf Preisabsprachen der Konzerntankstellen untereinander gäbe es zur Zeit jedoch keinerlei Hinweise, teilt die neue Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamts mit. Auch Aral-Pressesprecher Detlef Brandenburg weist solche Vorwürfe weit von sich, „aber natürlich informiert sich jeder Mitbewerber über die aktuellen Preise der anderen.“ Warum die Spritpreise auf Sylt allerdings grundsätzlich mit zehn, zwölf oder gar mehr Cent deutlich höher als auf dem Festland sind, kann Brandenburg nur so erklären: „Überall in Deutschland gibt es nun mal teure und weniger teure Regionen. Ausschlaggebend ist die jeweilige Wettbewerbssituation. Entweder es herrscht vor Ort durch viele Anbieter eine hohe Preisaggressivität oder es handelt sich um eine Gegend mit nur wenigen Konkurrenten, wo einer dem anderen nicht wehtun möchte.“

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erstellt am 12.Sep.2014 | 05:50 Uhr

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