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Longboard-Festival in Kampen : Surfen, schönste Nebensache der Welt

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Longboard-Festival an der Buhne 16 vereint zum Saisonabschluss nicht nur leidenschaftliche Wellenreiter, sondern auch alte Freunde. Das sportliche Familientreffen geht noch bis Sonnabend.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Um acht Uhr in der Früh ging es am Mittwoch los. Insgesamt vier Altersklassen surfen beim Longboard Festivals um die Wette - so scheint es jedenfalls. „Surfen ist hier eher Nebensache. Im Prinzip sitzt du mit alten Freunden auf dem Wasser, mit denen du die ganze Saison noch nicht auf dem Wasser gesessen hast.“ Jens Krause ist 51 Jahre alt und seit Beginn des Festivals 1999 dabei. Nicht unbedingt um zu gewinnen, sondern um befreundete Sylter wiederzusehen. Auch Tom Knuth ist Festival-„Stammgast“ seit der ersten Stunde. Zum Saisonende noch einmal alte Bekannte zu treffen ist für ihn alle Jahre wieder Hauptgrund zur Teilnahme. Wenn der 50-Jährige nicht an seinem „Crêpes Deluxe“-Stand an der Wilhelmine Gäste und Insulaner mit den Leckereien beglückt, surft er. Und das seit 39 Jahren. Sohnemann Tim hat er mit seinem Surf-Fieber angesteckt. Der 14-Jährige surft in der Gruppe der Junioren. Am liebsten aber mit Papa zusammen, der bei den Masters antritt und bislang dreimal den Sieg nach Hause geholt hat. Das Longboard Festival an der Buhne 16 ist jedes Jahr ein beliebter Anlaufpunkt für surfende Sylter, Zugezogene, Saisonkräfte und Gäste. Inzwischen mischen sich aber auch immer mehr ausländische Wellenreiter unter die Teilnehmer. Das Verhältnis liege bei rund 70 Prozent Syltern zu 30 Prozent Angereisten. „Wir hatten die letzten Jahre viele Dänen dabei. Surfer aus Australien, Südafrika oder Marrokko sind aber auch schon vorbeigekommen“, erzählt Sven Behrens. Gemeinsam mit Cousin Tim Behrens leitet dieser das Strandbistro Buhne 16 und veranstaltet das Longboard Festival. Thorsten Stroezel ist Head-Judge und bewertet die Leistungen der Surfer basierend auf festgelegten Kriterien. „Ein Heat dauert 20 Minuten. Bewertet werden die Höhe und Länge der Wellen sowie die Ausführung der Manöver“, erklärt „Thosche“. Der „Nose Ride“ ist ein beliebtes Manöver. Dabei läuft der Surfer in Trippelschritten zur Spitze des Brettes. Eine elegante Ausführung des Tricks und fließende Bewegungen sind dabei wichtig. „Außerdem muss das Manöver deutlich erkennbar beendet werden. Beispielsweise durch das Zurücklaufen“, fügt Thorsten Stroezel hinzu. Ein Longboard eignet sich sehr gut für solche Tricks. Laut Jens Krause sei es zudem noch sehr „stylisch“ - old school eben. Denn bis in die 1960er Jahre wurde nur dieses Board gesurft. „Longboard-Surfen ist wie Lkw-Fahren“, findet Sylter Arne Dunker. „Ich mag nicht hektisch auf dem Brett stehen. Das Shortboard ist eher ein Porsche. Du machst die ganze Zeit Turns, fliegst öfter runter und musst immer in Bewegung sein. Ich hab lieber richtig Fleisch unter den Füßen.“

Heute wird tagsüber noch gesurft und abends ein Film zum Sport in der Kinowelt Westerland gezeigt. Mit einem Live-Konzert von Rock-/Popsänger Neil Hickethier und einer anschließenden Party neigt sich das Surfspektakel am Sonnabend seinem Ende. Davor wird noch die Siegerehrung stattfinden. Sollte sie vor lauter geselligem „auf dem Wasser sitzen“ nicht in Vergessenheit geraten.

 

 

 

 

 

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