Abgesagt : Sturmtief kippt das Weihnachtsbaden

Gesichert durch zwei Leinen ging ein Freiwilliger der DRK-Wasserwacht in die Nordsee, um die Strömungsverhältnisse am Westerländer Hauptstrand zu testen.
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Gesichert durch zwei Leinen ging ein Freiwilliger der DRK-Wasserwacht in die Nordsee, um die Strömungsverhältnisse am Westerländer Hauptstrand zu testen.

Zum zweiten Mal in 32 Jahren musste die beliebte Veranstaltung am Westerländer Hauptstrand abgesagt werden

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26. Dezember 2017, 20:43 Uhr

Ein enttäuschtes „Ooch“ klang durch die Reihen der Wartenden, als Moderator Sönke Nielsen am zweiten Weihnachtstag gegen 13.20 Uhr vor der Musikmuschel die Absage des 33. Westerländer Weihnachtsbadens verkündete. Dabei waren nicht Sturm und Regen aus Südwest der eigentliche Grund, sondern die Strömung in der Nordsee. Im Neoprenanzug hatte ein Freiwilliger der DRK-Wasserwacht die Lage sondiert, war aber sehr schnell in Richtung Norden abgetrieben.

Strömungsverhältnisse, die das kalte Bad in der Nordsee für die wartende Menge zum unkalkulierbaren Risiko gemacht hätten. Damit war die Absage für die DRK-Wasserwacht und ISTS-Veranstaltungsleiter Jörg Elias eine unausweichliche Entscheidung. Rund fünfzig vor allem junge Menschen, die sich frühzeitig bei der Anmeldung an der Promenade angestellt hatten, trugen es mit Fassung, nahmen ihre Badesachen und zogen wieder ab. Bei dem Sturm und Regen hielt es nur wenige Menschen länger als nötig an der Kurpromenade. Die Getränkestände zählten nur wenige Gäste, die dem fiesen Regen Paroli boten.

In diesem Jahr herrschte Sturmtief Diethelm zu Weihnachten über Sylt, im vergangenen Jahr war es Sturmtief Barbara. 2016 musste das Westerländer Weihnachtsbaden zum ersten Mal in 31 Jahren abgesagt werden, jetzt also schon zum zweiten Mal in Folge. Im vergangenen Jahr regnete es zwar nicht am zweiten Weihnachtstag, aber es tobten orkanartige Böen mit Windstärke 12 über die Insel. Am gestrigen Dienstag erreichten die Sturmböen Windstärke 10. Am Dienstag Abend hat der Deutsche Wetterdienst seine Warnung zwar bis 22 Uhr verlängert, meldete aber geringere Werte: Es sollten Sturmböen mit Windstärke 8 aus südwestlicher Richtung auftreten, in Schauernähe sollte mit Sturmböen der Windstärke 9 gerechnet werden.

Der am zweiten Weihnachtstag erfahrungsgemäß starke Anreiseverkehr nach Sylt blieb vom Sturm im wesentlichen unbehelligt. Allerdings kam es am Niebüller Autoterminal zu ein bis zwei Stunden Wartezeit. Deutsche Bahn und RDC setzen zwischen dem 26. und dem 29. Dezember zusätzliche Autozüge ein. „Sowohl Auto- als auch Personenzüge waren gut gebucht“, bestätigte ein DB-Sprecher. Besondere Zwischenfälle habe es während der Feiertage aber nicht gegeben – die Reisenden hätten sich gut auf den Andrang eingestellt. Aufgrund der heftigen Sturmböen transportierten die Autozüge aber keine Lastwagen und leeren Anhänger.

Die Überfahrten der Syltfähre von Röm nach Sylt waren gestern ausgebucht. Die Reederei rechnet für den heutigen Mittwoch mit dem stärksten Anreiseverkehr. Nur für die Fähren um 8.30 Uhr und 20.30 Uhr ab Havneby wurden noch freie Plätze gemeldet.

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