zur Navigation springen

Sylts Südspitze : Sturmflut hinterlässt Schäden an der Odde

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach der Flut am Mittwochmittag ist die Hörnumer Odde deutlich geschädigt.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 06:10 Uhr

Die Sturmflut, die Mittwoch Mittag mit den Ausläufern des Sturmes Gonzalo auf die Insel traf, hat an der Odde erhebliche Spuren hinterlassen. Das Meer stieß mit voller Kraft an die ohnehin schon niedrigen Dünen und riss immer mehr Land in die Nordsee.

Hinter dem Ende der Tetrapoden hat der Sturm für sichtbare Verwüstung gesorgt und die ohnehin schon kritische Lage der Südspitze weiter verschlechtert. Die Düne, auf der früher das Unterfeuer stand, ist größtenteils weggebrochen, die anderen Dünen werden immer flacher.

„In den letzten Wochen schrumpfte die Odde in einer Geschwindigkeit wie nie zuvor“, erklärt der Sylter Geologe Dr. Ekkehard Klatt und fügt hinzu: „Hinter dem Längswerk kommt es zu einer Lee-Erosion, die zu erheblichen Sandverlusten der Südspitze führt und die Odde nach und nach zerstören wird.“ Damit die Ortslage Hörnums bei einer solchen Sturmflut nicht gefährdet ist, wurden in diesem Frühling das Längswerk in Hörnum verlängert. Bürgermeister von Hörnum Rolf Speth ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Es ist genau das eingetreten, was die Küstenschützer erwartet haben - der Hörnumer Strand ist unversehrt und die Ortslage gesichert“. Dass sich die Situation an der Odde weiter verschlechtert hat, bedauert er, erklärt aber, dass dies so kalkuliert war.

Die Möglichkeit, das Längswerk auf die Länge der gesamten Westseite der Südspitze zu erweitern um die Odde aktiv zu schützen ist aus Kostengründen erst einmal nicht geplant, wäre für Bürgermeister Speth aber wünschenswert: „Natürlich wäre mir eine Verlängerung des Längswerks recht . Auch, um das Naturschutzgebiet an der Südspitze zu schützen“.

Ekkehard Klatt findet diese Idee befremdlich: „Ich möchte keine Großbaustelle an der Odde“, sagt er und ergänzt: „Wir sollten an der Odde die Natur einfach Natur sein lassen.“

Klatt geht in seinem Appell noch weiter: „Die beste Lösing wäre ein hundertprozentiger Rückbau aller Tetrapoden, die auf der Sandfläche liegen. Denn durch die Wellenbrecher vergrößert sich die Strömungsgeschwindigkeit und dadurch haben wir die erheblichen Sandverluste“ erklärt er und geht davon aus, dass die Odde nach weiteren Sturmfluten zerstört sein wird.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen