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Mit Video aus Dagebüll : Sturm in SH und HH: Fliegende Dachziegel und Fischmarkt unter Wasser

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Ein Unwetter ist über den Norden gezogen. Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Orkanböen mit über 120 km/h gewarnt.

Sturmtief „Nils“ hat in der Nacht zum Montag Starkregen, Graupelschauer und Sturmböen mit bis zu zwölf Beaufort in den Norden gebracht. Rund 300 Mal rückte die Feuerwehr wetterbedingt aus, um Bäume oder weggewehte Dachziegel von den Straßen zu räumen. Verletzt wurde niemand.

In Hamburg rückten die Einsatzkräfte rund 91 Mal aus, meist wegen umgefallener Bäume oder um Wasser von der Straße abzupumpen, wie ein Feuerwehrsprecher am Montagmorgen sagte. Nach der stürmischen Nacht ist der Fischmarkt in Hamburg-St. Pauli überflutet worden. Der Wasserstand erreichte am Montagmorgen eine Höhe von 2,80 Metern über dem mittleren Hochwasser, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Fischmarkt gerät grundsätzlich ab einem Wasserstand von 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser unter Wasser. Über den Rundfunk habe die Feuerwehr Autofahrer, die ihre Wagen in dem Bereich abgestellt hatten, bereits am Abend und erneut am Morgen vor der anstehenden Überflutung gewarnt.

In Kiel kam es eher am Sonntagabend vermehrt zu Einsätzen, insgesamt 50 Mal rückte die Feuerwehr aus. Die Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes galt bis in die Morgenstunden am Montag. Auch in den anderen Teilen Schleswig-Holsteins kam es vermehrt zu Einsätzen, meist wegen umgewehter Bauzäune und abgebrochener Äste. In Großhansdorf  (Stormarn) stürzte ein dicker Baum auf einen abgestellten Opel. Angestellte der Seniorenresidenz, vor der das Auto parkte, hatten ein lautes Geräusch gehört und den Sturmschaden bemerkt. Der Autobesitzer war in der Residenz, als der Baum sein Auto unter sich begrub. Feuerwehrleute zerlegten den Baum und zogen ihn vom Autodach.

In Todendorf drohte eine 15 Meter hohe Tanne, auf ein Wohnhaus zu stürzen. Unterstützt von der Drehleiter der FF Bargteheide zerlegten die Feuerwehrleute die Tanne mit der Motorsäge Stück für Stück. In Ahrensburg rückten die Feuerwehrleute innerhalb kurzer Zeit zu mehr als zehn Einsätzen aus. Vor dem Rathaus war ein dicker Ast abgebrochen und hatte fast die Straßenlaterne erwischt. Am Alten Markt wirbelte der Sturm die Abdeckungen eines Rohbaudaches umher. Feuerwehrleute sicherten die Styroporplatten mit einem Netz. Dieser Einsatz dauerte fast drei Stunden lang an.

Bereits am Sonntagabend sorgte das Wetter für Verkehrsbehinderungen in Schleswig-Holstein. Die Rader Hochbrücke der A7 über den Nord-Ostsee-Kanal wurde voll gesperrt, wie eine Sprecherin des Lagezentrums im Kieler Innenministerium am Abend sagte. Gegen 22 Uhr war die Rader Hochbrücke nur noch für leere Lkw und Wohnwagen gesperrt.

In Dagebüll an der Mole trat das Wasser über das Ufer:

Die ersten Einsatzkräfte rückten aus. Die Einsatzleitstelle Nord hatte von 20 bis 20.30 Uhr 25 sturmbedingte Einsätze. Dabei handelte es  sich um umgestürzte Bäume und herumfliegende Äste.

In Stormarn flogen Dachziegel, Verkehrsschilder und Äste umher. Bäume fielen um. Zwischen den Anschlussstellen Großenaspe und Bad Bramstedt wurde eine Baustellenabsperrung auf die Fahrbahn geweht. Im Kreis Dithmarschen stürzten mehrere Bäume um.

Der Deutsche Wetterdienst hat eine Unwetterwarnung für Nordfriesland, den Kreis Schleswig-Flensburg, den Kreis Dithmarschen, den Kreis Rendsburg-Eckernförde, den Kreis Steinburg, den Kreis Segeberg, den Kreis Stormarn, den Kreis Plön, den Kreis Ostholstein und den Kreis Steinburg herausgegeben. Sie gilt von 18 Uhr am Sonntag bis 7 Uhr am Montag.

Für die ost- und nordfriesische Küste erwartete das Bundesamt keine Probleme. „Da müsste schon ein Maulwurf kräftig gegraben haben, dass ein moderner Deich nachgibt“, sagte die Sprecherin. Wegen der Windrichtung aus Westen sagte das Amt für die Ostseeküste Niedrigwasser voraus.

Am frühen Abend war es auf Sylt schon regnerisch, recht windig und eher ungemütlich - am Abend nahm der Sturm so langsam an Fahrt auf. Der Deutsche Wetterdienst warnt für die Zeit zwischen 18 Uhr heute Abend und sieben Uhr am Montagmorgen vor Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von über 120 km/h. Um 18.30 Uhr wurden am Lister Ellenbogen Windböen mit einer Geschwindigkeit von 117 km/h gemessen.

Solche Vorhersagen lassen auch die Inselwehren aufhorchen. Bisher habe es aber noch keine Einsätze gegeben, so Westerlands Wehrführer Jörg Elias: "Mal sehen, was der Abend noch bringt. Mein Bauchgefühl sagt mir allerdings, dass wir eher mit einer ruhigen Nacht rechnen können."

Aufgrund der Sturmwarnung hatte der Syltshuttle den Verkehr auf und von der Insel seit 18 Uhr eingestellt. Am Montagmorgen wurde der Betrieb aber wieder aufgenommen.

Die Syltfähre hat aufgrund des hohen Wasserstands in den Häfen heute Nachmittag Fahrten ausfallen lassen. Auch morgen früh entfallen die Abfahrten um 5.15 Uhr und 6.45 Uhr ab Havneby und um 6 Uhr und 7.45 Uhr ab List. Ab voraussichtlich 8.30 Uhr soll dann wieder nach Fahrplan gefahren werden.

 

Foto: Screenshot Homepage Deutscher Wetterdienst
 

 

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erstellt am 29.Nov.2015 | 20:44 Uhr

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