zur Navigation springen

Zuürckgeblättert : Sturm, Gerüchte und Ehrungen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Serie „zurückgeblättert“ geht es heute um den November 1985, in dem auf Sylt so einiges durcheinander gerüttelt wurde.

Wie Sylt wurde, was es ist: In unserer Serie „Zurückgeblättert“ lässt Autor Frank Deppe anhand von gesichteten Zeitungsbänden des Sylter Archivs die jüngere Vergangenheit der Insel wieder lebendig werden.

Sylt im November 1985. Eine kräftige Sturmflut brandet an Sylts Gestade. Im Osten Rantums flutet das Wasser gefährlich nah an die Häuser heran, die Kreisstraße zwischen Keitum und Archsum muss wegen Hochwasser gesperrt
werden. Nach dem Orkan ziehen die Sylter ernüchternde Bilanz. Bis zu 14 Meter Dünensubstanz gingen verloren, was in List besonders augenscheinlich wird: Das Restaurant Weststrandhalle steht nun an der Abbruchkante.

Stürmisch geht es auch in der Lister Straße Am Buttgraben zu. Dort werden bis dato ausschließlich für Bundesbedienstete vorgesehene Mietwohnungen als Eigentumswohnungen verkauft. Dies führt nicht nur zu höheren Mieten – zusätzlich werden in mehreren Häusern Ferienwohnungen eingebaut. Die bisherigen Mieter ärgern sich nicht nur über permanenten Baulärm, sondern fürchten einen Ausverkauf ihrer Straße.

„In 13 Jahren über 25 000 Soldaten auf Sylt vereidigt“, titelt die Sylter Rundschau und berichtet vom jüngsten Zeremoniell auf dem Fliegerhorst, wo 500 Rekruten der Marineflieger-Lehrgruppe und der Marineversorgungsschule zu
den Klängen des Marinemusikkorps Ostsee ihren Eid ablegten. Am 10. Februar 1973, berichtet die Zeitung, seien auf Sylt erstmals Rekruten vereidigt worden.

In einem anderen festlichen Akt dokumentiert sich das gute Verhältnis zwischen der Stadt Westerland und der Marineflieger-Lehrgruppe: Die Stadt wird offizielle Patin. „Diese Patenschaft ist quasi die Krönung des guten Miteinanders“, konstatiert Kommandeur Peter Gladziejewski. Derweil lobt Westerlands Bürgervorsteher Dr. Erwin Kraatz das Engagement, das die Soldaten wiederholt bei Sturmfluten gezeigt hätten.

Er ist noch heute gute Tradition – 1983 hatte er seine Premiere: Der erste Adventsmarkt in der Realschule, damals noch an deren vormaligem Standort. Renate Sawallich, Bärbel Quedenfeld, Karin Horup und Therese Tiedemann setzten dabei nicht auf kommerzielle Angebote, sondern vielmehr „auf Selbstgemachtes in jedweder Form“. Nun waren alle Vereine, Kunsthandwerker und andere Kreative zur Beteiligung aufgerufen. Unter anderem hatten bereits die Söl'ring Foriining, der dänische Kindergarten und die US-Coast Guard ihr Mitwirken zugesagt.

Nordseestrand im Bayernland: In Kaufbeuren veranstalten die Bädergemeinschaft Sylt, der Fremdenverkehrsverein Westerland sowie der Hotel- und Gaststättenverband „Kulinarische Sylter Wochen“. Man wolle damit den „Weg
kreativer Werbemethoden“ einschlagen, betonte Westerlands Bürgermeister Volker Hoppe vor Ort. Apropos: „Geht Hoppe?“, fragt die „Sylter Rundschau“ und schreibt: „Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Bürgermeister Volker Hoppe ist offenbar auf Stellensuche und soll sich in Timmendorf beworben haben.“ Wenige Tage später lautet die Überschrift dann: „Hoppe bleibt“. Er habe keinerlei Absicht, nach Timmendorf oder anderswo zu wechseln, hatte Hoppe mitgeteilt.

Für viele Sylter bleibt sie unvergessen: Zu Beginn dieses Jahres verstarb Maike Ossenbrüggen, Vorsitzende der Söl'ring Foriining. Schon 1983 engagierte sie sich nachhaltig für ihre Heimat – und wurde dafür mit dem C.-P.-Hansen-Preis geehrt. Das Kuratorium würdigte damit „ihre großen Verdienste um den Aufbau der Sylter Tanz- und Trachtengruppen wie auch ihr Engagement für den Friesisch-Unterricht an Sylts Schulen“. Eine besondere Ehrung erfährt auch Günter Lass: Weil er das Kegelsportabzeichen 250 mal abgelegt hat, erhält er das Kegelabzeichen in Gold und mit einem Brillanten. Seiner Ehefrau Ruth überreicht der Vorsitzender der Sylter Kegler, Heinz Henningsen, derweil einen Blumenstrauß – sie hatte sich das Kegelabzeichen in Gold und mit einem Brillanten bereits vor ihrem Gatten erkegelt.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen