Hunde auf Sylt : Stunk um freilaufende Hunde und ihre Häufchen am Strand

Freilaufende Hunde am Sylter Weststrand
Foto:

Freilaufende Hunde am Sylter Weststrand

Der Tourismusservice auf der Insel ist chancenlos im Kampf gegen uneinsichtige Hundehalter.

von
25. Januar 2018, 05:28 Uhr

Sylt | Sylt – die Hundeinsel. Gerade in der Nebensaison sind Hund und Herrchen gern gesehene Gäste. Die Kehrseite der Medaille: Freilaufende Hunde am Strand, die ihr Häufchen in den Sand setzen. „Beschwerden gibt es das ganze Jahr über“, sagt Bürgermeister Nikolas Häckel. Doch Möglichkeiten, das Dauerärgernis abzustellen, sieht ISTS-Chef Peter Douven nicht.

Die rechtliche Situation ist eigentlich eindeutig: „Das Mitführen von Hunden ist in der Zeit vom 1. November bis zum 14. März an allen Strandabschnitten erlaubt“, heißt es in der „Satzung über die Einschränkung des Gemeingebrauchs am Meeresstrand“ der Gemeinde Sylt. Im Rest des Jahres müssen die Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern an die besonders gekennzeichneten Hundestrände. Für das ganze Jahr gilt: „Die Hinterlassenschaften der Tiere sind von den Begleitpersonen umgehend in geeigneter Weise zu entsorgen und nicht zu vergraben.“ Und einen Absatz weiter heißt es: „Zudem sind Hunde in Bereichen mit erhöhtem Publikumsverkehr immer an der Leine zu führen.“ Das Hausrecht üben die Rettungsschwimmer, Strandkorbwärter und ISTS-Mitarbeiter aus. Wer gegen die Satzung verstößt, kann aus dem Strandbereich verwiesen werden. Schließlich sieht die Satzung für Ordnungswidrigkeiten eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro vor.

„Ich habe es noch nicht einmal erlebt, dass sich einer der Rettungsschwimmer auf den Weg macht, wenn ein Hund mit zum Baden ins Wasser geht oder auf der Kurpromenade scheißt“, kritisierte Ulla Lunk-Lorek am Dienstagabend im Hauptausschuss. „Gerade zu Silvester und an den Tagen danach waren wieder erschreckend viele freilaufende Hunde am Strand, die überall hingemacht haben.“ Dabei spielten dort viele Kinder, gab Ulla Lunk-Lorek zu bedenken.

Sie bedauerte, dass „unser Rechtssystem uns nicht die Handhabe gibt, Hundehalter, die sich nicht an die Regeln halten, aufzuhalten und ihre Personalien aufzunehmen. „Aber die ISTS-Mitarbeiter könnten Hundehalter doch zumindest nach der Gästekarte fragen und höflich darauf hinweisen, dass sie im Wiederholungsfalle ein Ordnungsgeld befürchten müssten.“

Der Anteil der Besucher mit Hunden habe in den letzten Jahren stetig zugenommen, erläuterte Peter Douven. „Das ist bedauerlich im Verhältnis zu dem Anteil der Besucher mit Kindern – aber wir werden die Gesellschaft deswegen nicht umpolen können.“

„Entgleisungen“ gegen die Strandsatzung gäbe es im Winter genauso wie im Sommer. „Die Winterzeit ist aber eine relativ unkontrollierte Zeit am Strand“, sagte Douven. Wie die Satzung zu handhaben ist, sei in einer Dienstanweisung an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz klar festgelegt. „Genauso ist es aber auch klar, dass wir das Hausrecht haben.“ In der Regel würden die ISTS-Mitarbeiter die Hundehalter bei Verstößen ansprechen – „allerdings haben einige es schon aufgegeben.“ Douvens Erkenntnis: „Die Wirkung geht gegen null.“

„Wir haben kein Durchgriffsrecht, kein Ordnungsrecht. Anfassen geht gar nicht und wenn jemand seine Rechte kennt – und die meisten kennen sie mittlerweile – und wir ihn nach irgendwelchen Ausweisen fragen, dann müssen wir aufpassen, dass der Hund nicht noch losgehetzt wird.“ Von daher seien der Durchsetzbarkeit dieser Vorschriften „leider sehr enge Grenzen gesetzt“, befand Douven.

„Es ist ein gesellschaftliches Problem geworden, sich nicht an Regeln zu halten und auch Autoritäten nicht anzuerkennen.“ Douvens Fazit: „Tut mir leid, ich kann nicht in Aussicht stellen, dass es da maßgebliche signifikante Änderungen geben wird.“

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen