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Serie "zurückgeblättert" : Streiten, schwimmen und schwofen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der heutigen Folge „Zurückgeblättert!“ dreht sich alles um den August 1981.

Wie Sylt wurde, was es ist: In unserer Serie „Zurückgeblättert!“ lässt Autor Frank Deppe anhand von gesichteten Zeitungsbänden des Sylter Archivs die jüngere Vergangenheit der Insel wieder lebendig werden.

Sylt im August 1981. Wie wenig sich die Zeiten doch scheinbar ändern. Sind es gegenwärtig Projekte wie der Bau der Westerländer Feuerwache oder der Morsumer Bahnbrücke, die durch deutliche Verteuerungen für Missklänge sorgen, so war es vor 33 Jahren das Westerländer Kurmittelhaus.

In der Stadtvertretung entbrannte eine Diskussion aufgrund einer Überschreitung der veranschlagten 21 Millionen um 2,4 Millionen Mark. Während die CDU-Fraktion die Verteuerung als „maßvoll“ bezeichnete, übte die SPD massive Kritik. Letztlich billigten CDU, FDP und SSW die Überschreitung gegen die Stimmen der SPD.


Umgehung statt Einbahnstraße


Ganz andere Nöte plagten die Keitumer: Gegen Pläne der Gemeinde, die Hauptstraße wie auch zwei weitere Straßen in Einbahnstraßen umzuwandeln, wurden binnen kürzester Zeit über 300 Unterschriften gesammelt. Auch der Ortsbeirat hielt von den Überlegungen wenig – die Gemeindevertretung ruderte zurück. Angeregt wurde vom Keitumer Ortsbeiratsvorsitzenden Peter M. Wedell vielmehr der Bau einer Umgehungsstraße. Deren Fertigstellung sollte jedoch, wie wir heute wissen, noch 23 Jahre auf sich warten lassen.

Gefeiert wurde derweil im Inselnorden: „Die Lister Kaserne glich einem Taubenschlag“ titelte die „Sylter Rundschau“ und berichtete über die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Marineversorgungsschule List. Vom Konzert des Marinemusikkorps Ostsee über eine Rekrutenvereidigung bis hin zu Führungen durch die Kaserne wurde den mehreren Tausend Besuchern viel geboten. „Auch die 1100 MVS-Angehörigen feierten mit, einmal mehr zeigte sich das gute Verhältnis zwischen Syltern und Soldaten“, betonte Kommandeur Hans-Joachim Schröder.

Ein Jubiläum wird auch in Keitum gefeiert – der Turnverein blickt auf hundert Jahre zurück. Die Eröffnungsveranstaltung ist ein „Volksschwimmen“ im Keitumer Freibad, an dem 380 Sylter und Gäste teilnehmen und mit Erinnerungsmedaillen bedacht werden.

Einen Pokal gibt es hingegen für Renate Hilgert und Max-Ulrich Busch: Im Westerländer Kursaal erringt das weltbeste Amateurtanzpaar den „Großen Preis von Europa“ in den Standardtänzen. Vor mehr als 400 Zuschauern gratuliert Kurdirektor Dr. Johannes Schmidt nach der Jury-Entscheidung kurz vor Mitternacht.


Über Umwege von Hörnum nach Amrum


Sportlich ging es im August 1981 aber nicht nur auf dem Parkett zu: Der Berliner Marathonschwimmer Ulrich Haevecker stieg in Hörnum ins Meer und erreichte nach viereinhalb Stunden Amrum, wobei er wegen starken Strömungen einen Umweg nehmen musste. Am Ziel gedachte er eines Freundes, der Jahre zuvor bei dem gleichen Unterfangen ertrank.

Und sonst so? Im ausverkauften Westerländer Kursaal amüsieren sich 700 Zuschauer über TV-Ikone Heinz Schenk, den Wirt vom „Blauen Bock“. „Was für Einfälle dieser Mann hat – das wurde mit lang anhaltendem Applaus belohnt“, notiert die Zeitung.

Andere Prominente stehen für einen guten Zweck auf der Bühne der Wenningstedter Norddörfer-Halle: Entertainer Karl Dall, Liedermacher Knut Kiesewetter und Pianist Gottfried Böttger tragen beim „Großen Friesenabend“ dazu bei, das über 17 000 Mark zugunsten der Renovierung des Altfriesischen Hauses in Keitum zusammen kommen.
Kein Geld, aber ein Titel war in Morsum zu vergeben: Dirk Ipsen wurde die neue Majestät des Morsumer Ringreitervereins. Ihm zur Seite standen Kronprinz Peter Christiansen und Prinz Andreas Lauritzen.







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