Wenningstedt auf Sylt : Streit um Strandrestaurant: „Fall Wonnemeyer“ spaltet Politik

Rüdiger Meyer, der Betreiber des Strandrestaurants, bereitet sich derzeit auf eine Besprechung zu Details des Abrisses vor.
Foto:
1 von 1
Rüdiger Meyer, der Betreiber des Strandrestaurants, bereitet sich derzeit auf eine Besprechung zu Details des Abrisses vor.

Fraktionsvorsitzende des Bündnisses Wenningstedt-Braderup wurde wegen ihres Verhaltens im Streit um das Strandrestaurant abgewählt.

von
10. Januar 2018, 18:58 Uhr

Sylt | Der offen ausgetragene Streit um das Strandrestaurant „Wonnemeyer“ sorgt nun auch für erste Konsequenzen in der Wenningstedter Lokalpolitik. Auf einer Sitzung des Bündnisses Wenningstedt-Braderup am Donnerstag vergangener Woche wurde Sabine Koppelt mit sofortiger Wirkung als Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft in der Gemeindevertretung abgewählt.

 

Zu ihrer Nachfolgerin ist mehrheitlich Brigitte Führ gewählt worden, die gegenüber der Sylter Rundschau ausdrücklich erklärte: „Die aktuelle Entwicklung im ‚Fall Wonnemeyer‘ hat das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. Schon seit Jahren beklagen wir die Unehrlichkeit in den Aussagen von Sabine Koppelt, nicht nur diese Sache betreffend. Ich erinnere nur an die Bauprojekte Osterwiese oder Seniorenwohnungen auf dem Grundstück der früheren Touristinformation.“

Das Strandrestaurant „Wonnemeyer“ – alles geschlossen seit 1. Januar 2018.
Foto: Boom
Das Strandrestaurant „Wonnemeyer“ – alles geschlossen seit 1. Januar 2018.

Sabine Koppelt gehört als einzige Vertreterin von Bündnis Wenningstedt-Braderup zum Aufsichtsrat des Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup (TSWB) und hat die an Silvester bekannt gegebene Entscheidung des Gremiums mitunterzeichnet, derzufolge jegliche Nachverhandlungen über eine Verlängerung des Pachtvertrages mit „Wonnemeyer“ abgelehnt werden.

Brigitte Führ, die neue Fraktionschefin von Bündnis Wenningstedt-Braderup
Foto: SR
Britte Führ

„Wir werfen Frau Koppelt vor, dass sie nicht zu unseren Leuten steht, sondern ständig aufs Neue nur Halbwahrheiten verbreitet“, sagt Brigitte Führ, die im Sommer 2016 aus Protest gegen die Amtsführung von Koppelt – ebenso wie der Wonnemeyer-Betreiber Rüdiger Meyer – die Fraktion des Bündnisses verlassen hatte.

Dorthin kehrt Brigitte Führ zwar nunmehr zurück, will jedoch ausdrücklich mit den beiden fraktionslosen Gemeindevertreterinnen Ilka Köchy-Winter und Verena Fitschen zusammenarbeiten, weil „wir Gleichgesinnte sind. Denn Opposition muss sein und wir wollen noch mehr schmutziges Wäschewaschen verhindern“.

Sabine Koppelt selbst sei bei ihrer Abwahl nicht anwesend gewesen, allerdings bleibe sie weiter Gemeindevertreterin, stellvertretende Bürgermeisterin und auch Mitglied des TSWB-Aufsichtsrats. Dessen „undemokratisches Verfahren“ müsse sich allerdings dringend ändern, so Führ. „Wir werden alles dafür tun, nach der Kommunalwahl wie früher einen Kurausschuss zu installieren, der dann öffentlich tagt, den Aufsichtsrat wieder kontrolliert und seine Beschlüsse transparent macht.“

Für Rüdiger Meyer hingegen hat es sich mit der Politik bereits seit Juli 2016 erledigt. Kurz nach seinem Fraktionsaustritt legte er auch seinen Posten als Gemeindevertreter nieder. „Ich nehme die neue Entwicklung zur Kenntnis, bin aber froh, da völlig raus zu sein“, sagte er der Sylter Rundschau. Nach dem Scheitern des letzten Vermittlungsversuchs in Sachen Strandrestaurant bereitet sich der Wonnemeyer-Chef derzeit auf den Termin am kommenden Montag zur Abrissbesprechung mit einem Gutachter sowie Vertretern des Tourismus-Service vor. Die Zeit drängt, denn die gesetzte Frist läuft nur noch bis zum 31. Januar.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen