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Bibliothek auf Sylt : Streit um einen Sperrvermerk

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Soll die Sylt Bibliothek renoviert werden? Darüber debattierte am Mittwochabend der Finanzausschuss der Gemeinde Sylt.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2014 | 05:03 Uhr

Es hat sich in den vergangenen Monaten in der Sylt Bibliothek einiges getan: Bücher und andere Medien sind gründlich durchsortiert worden, IT und öffentliche Internetplätze auf den neusten Stand gebracht. Freunde der klassischen Bücherei können weiterhin in einem großen Fundus vor Ort stöbern – rund 49 000 Menschen besuchen die Bibliothek im Jahr – und der digitale Leser kann sich mit seiner Bibliothekskarte per „Onleihe zwischen den Meeren“ Romane, Hörbücher oder Zeitungen aufs Tablet laden. In vielen Hinsichten ist die kleine Sylt Bibliothek also im 21. Jahrhundert angekommen – optisch hängt sie aber immer noch in den 80er Jahren fest. Kein Wunder, seitdem ist dort nicht mehr renoviert oder neu möbliert worden.

Das sollte sich eigentlich ändern, hatte der Kulturausschuss doch vor einigen Monaten beschlossen: Für rund 211 000 Euro sollte die Sylt Bibliothek, deren Träger seit 2013 die Gemeinde Sylt ist, aufgehübscht werden: Neue Regale, ein neues LED-Beleuchtungssystem, ein frischer Anstrich, ein neuer Bodenbelag und ein paar weitere Arbeiten sollten damit finanziert werden. Das Geld sollte aus den Rücklagemitteln des Nachlasses von Frauke und Henner Krogh genommen werden, der Fachausschuss hatte dies mit neun zu zwei Stimmen empfohlen.

Bei der Sitzung des Finanzausschusses am Mittwoch allerdings wurde den Planern fast wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. In Anbetracht der angespannten Finanzlage der Gemeinde Sylt und der immer noch ungeklärten Frage, ob die Sylt Bibliothek nicht doch irgendwann in die Räume der Spielbank umziehen soll, wurde überlegt, ob der Posten im Haushalt 2015 nicht mit einem Sperrvermerk versehen werden soll – „bis klar ist, was mit dem Verwaltungsgebäude geschieht“, wie Kämmerer Harro Johannsen sagte. „Wir wollen das Geld ja nicht von vornherein umsonst ausgeben“, erklärte der Finanzausschussvorsitzende Wolfgang Jensen (CDU) weiter. Schon lange wird in der Gemeinde diskutiert, ob nicht die Spielbank im Zuge einer Verwaltungszusammenlegung aus dem Rathausgebäude herausgenommen werden sollte. Allerdings wurde der Vertrag mit der Spielbank diesen Sommer bis Dezember 2018 verlängert. Bibliotheksleiter Jan-Christian Sangkuhl hatte zudem mehrfach betont, dass die Räume der Spielbank aus seiner Sicht für die Bücherei nicht praktikabel seien.

Monika Kuhn, büroleitende Beamtin der Verwaltung, erinnerte den Ausschuss daran, dass rund die Hälfte der Summe für bewegliches Mobiliar wie Regale eingeplant sei. Dieses könne bei einem Umzug also mitgenommen werden. Frank Zahle (CDU) zeigte sich „verärgert“ über den geplanten Sperrvermerk: „Das Geld aus dem Nachlass ist vorhanden und wir haben für die Bibliothek einen Menschen gefunden, der sich engagiert um die Einrichtung kümmert – den sollten wir unterstützen und das Projekt nicht weiter verzögern.“

Gerd Nielsen (SPD) sah das anders: „Es ist doch nur ein Sperrvermerk! Im ersten Halbjahr 2015 wird die Entscheidung fallen, wie es weitergehen soll. Das kann man doch wohl abwarten.“ Selten knapp, mit sechs zu fünf Stimmen, entschied sich der Finanzausschuss gegen den Sperrvermerk. „Ich bin froh, dass wir nun auch diese Hürde genommen haben“, äußerte sich Bibliotheksleiter Sangkuhl anschließend. Die letzte Hürde für das Projekt Sanierung der Sylt Bibliothek stellt sich ihm am 20. November: Bei der Sitzung der Gemeindevertretung wird abschließend über dieses Thema entschieden.

 

 

 

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