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Bauprojekt in Westerland : Streit um die Neue Mitte

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ärger im Ortszentrum: Ist die Tiefgarage für das geplante Nobel-Gebäude eine "Todesfalle"?

Ärger um die Baustelle der Neuen Mitte Westerland: Auf die Verantwortlichen des ambitionierten Bauprojekts zwischen Strandstraße und Elisabethstraße prasselt es gerade von zwei Seiten ein – von einem Nachbarn mit seinem Anwalt und vom Bauausschuss der Gemeinde Sylt.

Letzterer beschloss auf seiner Sitzung am Montag einstimmig, dass der Verkaufspavillon, den das zuständige Unternehmen D.C. Commercial an der Neuen Straße aufgebaut hat, unverzüglich abgerissen werden müsse. „Der Pavillion widerspricht einer Vereinbarung des Unternehmens mit der Gemeinde Sylt“, sagte Holger Flessau (CDU). Ohnehin sei die Selbstverwaltung enttäuscht, dass sich auf dem Grundstück immer noch nichts tut. D.C. Commercial hatte den Baubeginn kürzlich verschoben – eigentlich sollte das dreistöckige Gebäude schon in diesem Sommer in Angriff genommen werden. Das Unternehmen betonte auf Nachfrage der Sylter Rundschau, der Baubeginn werde momentan vorbereitet, man wolle noch in diesem Jahr starten. „Unser Ziel war es vor allem, die Hochsaison auf der Insel nicht durch den Baulärm zu stören“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Bei dem Glaspavillon, der den Politikern ein Dorn im Auge ist, handele es sich nicht „um einen Verkaufs- sondern Informationspavillon“. Es sei  dem Unternehmen wichtig, die Bürger über das Bauvorhaben zu informieren. Allerdings soll dies künftig auf dem Grundstück geschehen, der Pavillon wird umgesetzt.

Weitere Kritik an D.C. Commercial kommt von ganz anderer Seite, genauer gesagt von einem Anwohner der Elisabethstraße. Heinz Besser, Eigentümer eines Appartementhauses in der Elisabethstraße  beschäftigte sich, seinen Anwalt und das Bauamt Nordfriesland kürzlich mit der Frage, ob die Einfahrt zur Tiefgarage, in der das Unternehmen 50 Stellplätze einplant, eine „Todesfalle“ oder eine ganz normale Einfahrt sei. Die geplante Tiefgarageneinfahrt verärgert Besser. Unter anderem, weil die Tiefgarage von der Elisabethstraße aus, direkt neben seinem Gebäude, angefahren wird. Er befürchtet ein Verkehrschaos, ausgelöst dadurch, dass die Einfahrt aus seiner Sicht zu schmal ist. Bei einer Länge von 14 Metern misst sie laut Planung in der Tat lediglich 2,37 bis 2,39 Meter. Das ist rechtlich in Ordnung, hat jüngst auch das Oberverwaltungsgericht bestätigt.

Da die Zufahrt allerdings  zu schmal ist, als das darin zwei Wagen aneinander vorbei fahren könnten, regelt unter anderem  einer Elektroschranke, dass sich immer nur ein Wagen darin befindet. Problematisch, findet Bessers Anwalt: Das werde für Stau in der Elisabethstraße sorgen, wenn  Autos  vor der verschlossenen Tiefgaragen-Schranke warten. Besonders dramatisch werde es, wenn gar  SUV-Fahrer  versuchen, dort hinein zu kommen: Sie würden „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ stecken bleiben. Dann habe der Fahrer eines knapp 2,30 Meter breiten Fahrzeuges ohnehin ein Problem: Aussteigen könne er aufgrund der Enge nämlich nicht, könne aus der „Todesfalle“ also auch nicht fliehen, sollte sein Auto in der Zufahrt in Brand geraten.

DC Commercial sieht die Sache naturgemäß anders: „Die  genehmigte Tiefgarage verfügt über eine ausreichende Breite, und kann somit problemlos von einem SUV befahren werden“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Das Bauamt des Kreises betont wie auch das Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht die Rechtmäßigkeit der Zufahrtsbreite. Wie geschickt sich die Autofahrer bei der Einfahrt in die Tiefgarage anstellen, wird die Zukunft zeigen.

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erstellt am 12.Nov.2014 | 05:00 Uhr

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